Frankfurter Halbmarathon mit neuer persönlicher Bestzeit

Frankfurt Halbmarathon

Der Frankfurter Halbmarathon 2020 stand unter keinem guten Stern.

Seit Wochen plage ich mich mit Knie- und Schienbein-Problemen. Die Läufer kennen es auch als Jumper-Knee und Shin Splints. In den Trainingsläufen hatte ich mal mehr, mal weniger große Schmerzen. Der Start in Frankfurt stand deshalb bis Anfang der Woche noch auf der Kippe. Die letzten Läufe liefen dann einigermaßen okay, so daß ich mich letztendlich für den Start entschied.

Nächster Unsicherheitsfaktor war das grassierende Corona-Virus. Tokio, Rom, Paris… eine Absage großer Läufe jagt die nächste. Dann wurde auch noch der traditionsreiche Bienwald Marathon in Kandel kurzfristig abgesagt, so daß ich eigentlich fest mit einer Absage in Frankfurt gerechnet habe.
Diese blieb aber aus.

Sonntag morgen wurde ich dann von einer sehr lieben Sportlerfamilie eingesammelt und es ging zur Commerzbank Arena, der Heimstatt der Eintracht Frankfurt.
Das Feld dieses Jahr war deutlich größer als die Jahre zuvor. Über 6200 Finisher.

Um dem gerecht zu werden, wurde die Laufstrecke umgedreht. Ursprünglich ging es nämlich nach wenigen 100 Metern durch eine Unterführung. Dieses Nadelöhr wäre für so ein großer Starterfeld sehr ungünstig. Macht Sinn.

Eine weitere Premiere: ich hatte mich dieses Jahr im Elitefeld angemeldet. Man muss sich ja ein bisschen unter Druck setzen. Mein Ziel war auf jeden Fall eine neue Bestzeit. Gerne unter 1:15.

Ich reihe mich etwas weiter hinten im Feld ein. Mir war schon klar, daß hier sehr schnelle Leute am Start sind, die in einer ganz anderen Liga laufen. Der Start verzögert sich um einige Minuten und die Spannung im Feld wurde immer größer. So fühlen sich also Rennpferde in der Box. Dann Startschuss.

Ich renne los und finde mich recht schnell in der Gruppe der ersten Frau wieder. Ich fasse den Plan, da einfach mitzulaufen. Da sie einen eigenen Pacemaker hat, denke ich, dass sie das Tempo wahrscheinlich relativ konstant durchläuft. Doch nach einem Kilometer wird die Gruppe immer langsamer.

Frankfurter Halbmarathon

Wenn ich mein Ziel erreichen will, muss ich jetzt draufdrücken. Die nächste Gruppe ist schon über 50 Meter enteilt und es kostet mich ganz schön Körner die Lücke zu zulaufen. In dieser Gruppe geht es bis Kilometer 10 relativ locker voran. Ein Blick auf die Uhr: 34:54 – damit ist meine 10 Kilometer Bestzeit eingestellt. 

Am Main angekommen ist die Gruppe leider zerfallen und der Wind bläst stramm von vorne.
Glücklicherweise habe ich einen neuen “Pacemaker”. Ein alter Bekannter taucht neben mir auf und ich muss innerlich schon etwas lachen.
Wir kennen uns nicht, aber er hat mich schon zweimal zu neuen Bestzeiten getrieben. Das erste Mal beim Frankfurt Marathon 2017 und dann nochmal beim Frankfurter Halbmarathon 2018.
Was für ein Zufall ist es bitte, daß man bei so großen Laufveranstaltungen dreimal einen fremden Menschen trifft, der den gleichen Pace läuft?
Das ist wohl Schicksal. Jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen!

Die 4 Kilometer am Main sind zäh, ich bin froh, dass ich mich etwas in den Windschatten meines Begleiters hängen kann. Aber meine Wunschzeit wird weggeweht.

Die letzten Kilometer ziehen sich etwas, aber dann kommt schon die Unterführung zum Stadion. Das kurz Stück bergab und die Rampe auf der anderen Seite tun schon weh, aber es geht kurz danach ins Stadion und auf die Zielgerade.

Bei 1:15:22 stoppt die Uhr. Neue Bestzeit. 2:20 besser als beim Mainzer Halbmarathon und gut 3 Minuten schneller als 2018 in Frankfurt. Ich bin mehr als zufrieden. Vor allem, weil ich komplett schmerzfrei gelaufen bin. Hoffen wir mal, daß die Saison so positiv weitergeht.

Fun fact: 2018 hat es zum 3. Platz in der AK gereicht. Dieses mal, trotz deutlich besserer Zeit, nur für den 4. Platz. Aber wen interessierts?

Mainufer

Infos zum Frankfurter Halbmarathon auf der Veranstalter Webseite

DSW Swim & Run – Saisonauftakt 2020

DSW Swim & Run

Mit dem DSW Swim & Run liegt der erste Wettkampf des Jahres hinter mir und was soll ich sagen: er war sehr erfolgreich.
Beim Binger Weihnachtsrock kam ich mit einem befreundeten Triathleten ins Gespräch und dieser erzählte mir von einem Swim & Run, der Ende Januar in Darmstadt stattfindet.

Ein Swim & Run im Januar? Da ist es doch saukalt? Ich wurde neugierig.

Der Wettkampf stellt sich wie folgt dar: 
In der Traglufthalle des DSW findet das Schwimmen über 500m auf der 50-Meter Bahn statt. Im Anschluss hat man etwa eine Stunde, um sich auf den folgenden Lauf vorzubereiten. Man kann sich also in Ruhe abtrocknen und umziehen. Dann geht es vor der Halle auf die 5,5km lange Laufstrecke. Dabei wird der Lauf als Verfolgungsrennen gestartet. Wie ich finde, ein sehr cooles Wettkampfkonzept.

Ich war direkt angefixt. Ein Wettkampf im Januar ist doch genau die richtige Motivation für die kalte und dunkle Jahreszeit.

Wettkampftag

Am Sonntag morgen standen besagter Triathlet und seine Frau bei uns vor der Haustür und sammelten Michelle und mich ein, um zusammen nach Darmstadt zu fahren.

Am Ziel angekommen, nahmen wir unsere Startnummer und den Transponder-Chip entgegen und begaben uns durch die Schleuse in die Halle. Was für ein Temperaturschock. Draußen ziemlich kalt und in der Halle gefühlte 30°. Direkt mal Jacke und Pulli aus.

Die Traglufthalle in Darmstadt wirbt damit die Heimat von Ironman Doppel-Weltmeister Patrick Lange zu sein.  Die Schwimmhalle ist einfach, aber funktional. Ein 50-Meter Becken mit 10 Bahnen und ein kleines Becken zum Einschwimmen. Umkleiden und Duschen sind in Containern untergebracht. Hier würde ich auch gerne regelmäßig trainieren.

Die Halle füllt sich recht schnell. Es steht auch einiges auf dem Programm, denn es gibt Rennen in diversen Altersklassen und so sind auch viele Kinder und Jugendliche, samt Begleitung, anwesend.

Das Schwimmen

Um 9 ist der Start der Frauen. Eine halbe Stunde danach geht es für mich ins Becken.

Ich teile mir die Bahn mit 6 Leuten. Man spricht sich ab, wer in etwa welche Zeit schwimmt, um sich dann entsprechend einzureihen. Ich plane mal mit optimistischen 8 Minuten und werde von den anderen an die Spitze geschickt.

Die Traglufthalle

Dann geht es los und ich gebe alles. Nach den ersten 50 Metern bin ich schon fix und fertig. So geht das auf jeden Fall nicht weiter. 

Da ich keine Rollwende kann, wende ich wie gewohnt – besser gesagt, ich versuche es. Denn am Ende der Bahn ist eine Blechwand, so dass ich mich nicht am Beckenrand festhalten kann. Ich glaube, ich sehe recht unbeholfen aus und ich nehme mir vor, dass ich mal die Rollwende üben werde.

Nach 100 Metern lasse ich es etwas ruhiger angehen, da ich sonst drohe mit Herzinfarkt abzusaufen.
Nach 7:48 steige ich japsend aus dem Becken. Mit der Zeit bin ich sehr zufrieden. Aber es ist schon krass zu sehen, was da teilweise für Zeiten geschwommen werden. Da gibt es Jungs, die fast 2 Minuten schneller sind. Das ist schon brutal.

Nach dem Schwimmen ziehe ich mich um und geht raus, um mir den Lauf von Michelle anzusehen.

Der Lauf

Deswegen komme ich etwas spät zu meinem Start. Es stehen schon fast alle, nach ihrer Schwimmzeit aufgereiht, am Start. Wo muss ich hin? Welche Position? Wie viel Rückstand?

Ich bin überrascht, dass ich Fünfter bin. Ich habe 44 Sekunden Rückstand auf den Ersten. Das macht mich recht zuversichtlich, dass das heute was werden könnte.

Als die Uhr der Anzeigentafel 0:00:44 anzeigt, sprinte ich los. Ich schaue auf die Uhr: Pace unter 3 Minuten pro Km – nach 300m bin ich schon auf Platz 2 und der Erste ist in Sicht. Ich erreiche ihn bevor es auf eine kleine Steigung geht. Ich bin viel zu schnell und bremse mich etwas.
Jetzt habe ich das Führungsrad vor mir und versuche den Pace hoch zu halten, aber im realistischen Bereich. Es sind ja immerhin noch 4 Runden.

DSW Swim & Run - der Lauf

Ich ziehe meine Runden, verfluche jedes Mal die kleine Steigung und freue mich, wenn es wieder bergab geht. Mein Begleitfahrer teilt mir mit, dass hinter mir niemand zu sehen ist. Ich versuche trotzdem weiterhin so schnell wie möglich zu laufen.

So geht es dann, bis ich nach der letzten Runde auf die kurze Zielgerade einbiege.
18:20 – so habe ich mir das im Vorfeld gewünscht. Neue Bestzeit über 5km. Perfekt.

Hinter dem Ziel steht ein Zelt, in dem es Kaffee und selbstgebacken Kuchen gibt. Wir genehmigen uns einige Stücke Kuchen und warten auf die Siegerehrung. 

Ich freue mich über den ersten Platz im Senioren Rennen, einen Pokal und eine Kiste Müsliriegel.

DSW Swim & Run Siegerehrung

Das war ein super Saisoneinstand, eine tolle Veranstaltung und ein schöner Sonntagvormittag in netter Gesellschaft. Da kommen wir doch nächstes Jahr gerne wieder. Den DSW Swim & Run kann ich auf jeden Fall nur wärmstens empfehlen!

Infos zum DSW Swim & Run auf der Veranstalter Webseite

Mein Jahresrückblick 2019

Jahresrueckblick 2019

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit auf die vergangene Saison zurückzublicken. Hier kommt mein Jahresrückblick 2019:

Beginn der Laufsaison

Das Wettkampfjahr begann mit dem 10 Kilometer Lauf bei der Triathlon Convention Europe in Langen, gefolgt vom Halbmarathon in Bad Münster am Stein, dem Seppel-Kiefer-Lauf. Beide Rennen waren solide, aber mit viel Luft nach oben.

Der erste Meilenstein sollte der Hamburg Marathon werden. Klares Ziel: neue persönliche Bestzeit und unter 2:45 laufen, denn ich wollte mich über die Zeit für den Tokyo Marathon qualifizieren. Ende April zeigte sich Hamburg von seiner fiesen Seite: saukalt und Dauerregen. Ich weiß immer noch nicht genau, wie ich es geschafft habe, aber mit 2:43:02 habe ich mein selbst gestecktes Ziel deutlich erreicht. Mein Trainer Mättz von Running Green hat mich mal wieder perfekt eingestellt. Richtig geil! (hier gibt’s den Rennbericht)
Als kleiner Downer kommt dann ein paar Monate später die Absage für Tokyo. So eine Scheiße!

Den Sonntag nach Hamburg habe ich als Pacemaker den Halbmarathon beim Gutenberg Marathon in Mainz als locken Longrun genutzt. Just for fun. Muss auch mal sein.

Die Triathlonsaison startet

Anfang Juni dann endlich der Start in die Triathlon Saison. Die OD beim Quarterman sollte es werden. Es lief so semi gut. Einige Probleme mit der Verpflegung sorgten dafür, dass ich beim Laufen keine Körner mehr hatte. Ein Rennen der Kategorie “man lernt nie aus”. 

Zwei Wochen später sollte es beim Indeland Triathlon besser laufen. Mein vierter Start in Folge am Blausteinsee wurde erneut mit dem ersten Platz in der AK auf der Olympischen gekrönt und das obwohl mir ein Norovirus in der Woche vor dem Start zwei Nächte im Krankenhaus beschert hat.

Einige Tag vor dem Start auf der Mitteldistanz beim Hofheimer Triathlon werde ich von eine Wespe ins Gesicht gestochen. Irgendwie ist der Wurm drin. Durch die erforderliche Cortison-Einnahme fällt der Start ins Wasser. Das sollte eigentlich der Testlauf für Vichy werden. Glücklicherweise kann ich eine Woche später spontan beim Frankfurt City Triathlon auf die Mitteldistanz gehen. Das Rennen dort läuft mega geil. Top 10 Platzierung und ein weiterer AK-Sieg sind nach der Vorgeschichte mehr als unerwartet. Eine gelungene Generalprobe für den Ironman Vichy drei Wochen später. (hier gibt’s den Rennbericht)

Beim Ironman Vichy dann das erwartete Hitzerennen. Bei bis zu 36°C eine wahre Hitzeschlacht und mit über 2200 Höhenmeter eine hammerharte Radstrecke. Das Rennen hatte Höhen und Tiefen und endete mit einem unerwarteten zweiten Platz in der Altersklasse. Kona, der Ironman Hawaii, Weltmeisterschaft 2020! Was willst du mehr? (hier gibt’s den Rennbericht)

Herbstläufe

Zurück in der Heimat ist die Triathlon Saison bereits beendet. Aber es stehen noch ein paar Läufe an.

Beim Alagastlauf noch Gesamtzweiter, kann ich beim Marienwörthlauf den Gesamtsieg über die 10 Kilometer holen. Mein erster Sieg bei einer Laufveranstaltung. Check!

Den Frankfurt Marathon bin ich dann erneut als Pacemaker am Start. Ansage 2:58, Zieleinlauf bei 2:57:43. Punktlandung. (hier gibt’s den Rennbericht)

Doch Frankfurt war nur das Warmup für das letzte Event des Jahres: den New York City Marathon. Zeit? Egal! Der war einfach für die Bucket-List! (hier gibt’s den Rennbericht)

Jahresrückblick – Dank & Ausblick

Das Sportjahr 2019 ist zu Ende. Es lief wieder grandios! Dank gebührt meinem Trainer Mättz von Running Green! Alle Prophezeiungen haben sich erfüllt. 2020 dann der Hawaii-Sieg!
Ein großes Dankeschön geht auch an Katja Kruse für die tolle Beratung in Ernährungsfragen und an Bettina Fuhrmann für das Richten der alten Knochen.
Außerdem natürlich an Cube Bikes, Fe226 und Zoggs für den Materialsupport!

Die Planungen für 2020 sind schon fast abgeschlossen. Das Highlight wird der Ironman Hawaii, aber neben dem IM 70.3 Luxemburg stehen noch ein paar weiter interessante Rennen im Kalender. Seid gespannt.

Wir sehen uns an der Finishline!

PS: wen es interessiert, hier noch meine Jahresstatistik:

Jahresrückblick Statistik 2019