New York City Marathon 2019

New York City Marathon Beitragsbild

Dash to the Finish Line

Am morgen vor dem New York City Marathon findet der 5 Kilometer “dash to the finish line”-Lauf statt.
Es geht vom UNO Hauptquartier durch die Häuserschluchten Manhattans, vorbei an der Grand Central Station und dann über die 6th Avenue in den Central Park zur Ziellinie des New York City Marathon.

Logistisch etwas schwierig, da die Gepäckabgabe am Ziel ist. Das heißt, entweder morgens sehr früh zum Ziel, Beutel abgeben und dann 45 Minuten zum Start laufen oder mit der U-Bahn direkt zum Start fahren. Wir entschieden uns lieber etwas länger zu schlafen und in unseren Laufsachen direkt zum Start zu fahren. Das Problem ist nämlich, dass es morgens in New York verdammt kalt ist. Der Wind, der durch die Straßen pfeift, macht es noch unangenehmer. Zum Glück hatten wir genug alte Pullis mitgenommen, die man am Start in die Altkleidersammlung entsorgen kann. So blieben wir einigermaßen warm.

Weit über 10000 Läufer sammelten sich in der morgendlichen Sonne am East River um dann in mehreren Wellen auf die Strecke zu gehen.
Wenn auf den Straßen keine Autos fahren, merkt man erstmal wie breit diese sind. Trotz der Menschenmenge hat man super viel Platz zum Laufen.

Ich lief zusammen mit Michelle und wir ließen es sehr locker angehen. Just for fun. Genießen und ein paar Fotos schießen.
Ist schon sehr geil auf das Empire State Building zuzulaufen, während sich die aufgehende Sonne in den Glasfassaden spiegelt.
Zuschauer gab es kaum am Streckenrand, so dass es recht ruhig war. Das hat aber auch seinen Reiz.

dash to the finish line

Nach einer kleinen Schleife durch den Central Park gelangt man dann auf die letzten Meter der Marathonstrecke. Und ich muss sagen, dass ich vom Zieleinlauf des größten Marathon der Welt schon etwas enttäuscht war. Verglichen mit Boston, Berlin, London oder auch Frankfurt ist er wirklich unspektakulär.

Nach dem Lauf bekommt man noch eine kleine Tüte mit etwas Verpflegung in die Hand gedrückt. That’s it. Ach ja, eine schicke Pudelmütze bekommt man auch noch, die den stolzen Startpreis von 50$ noch etwas relativiert.

Wenn man beim New York City Marathon startet, dann sollte man den “dash to the finish line” nicht verpassen. Denn was man beim Marathon nicht geboten bekommt, ist der Lauf durch die Straßen von Manhattan! Und alleine das ist es allemal wert!

Der lange Weg zum Start

Am Abend vor dem New York City Marathon fallen wir schon früh total erschöpft ins Bett.
In New York läuft man sich die Füße wund. Es gibt so viel zu sehen und so kommen schnell einige Kilometer zusammen, auch wenn man die U-Bahn nutzt. Das ist natürlich nicht die optimale Vorbereitung auf einen Marathon, aber das war uns vorher schon klar.

Der Wecker klingelt um kurz vor 4 und das obwohl unser Start erst um 10:30 ist. Verrückt, aber leider notwendig, denn der Weg zum Start ist weit. Dank der nächtlichen Zeitumstellung haben wir wenigstens eine Stunde Schlaf geschenkt bekommen (Lustig, denn das Gleiche war ja die Woche zuvor beim Frankfurt Marathon auch der Fall).

Wir ziehen uns an, frühstücken und fahren dann die erste Etappe mit dem Bus zur Metro um mit dieser zur Staten Island Ferry zu fahren. Natürlich fahren wir erstmal in die falsche Richtung. Die New Yorker U-Bahn ist wirklich nicht so einfach zu durchschauen. Ist aber halb so schlimm, denn auf die richtig Bahn mussten wir sowieso noch 20 Minuten warten.
So kommen wir um 6 Uhr an der Fähre an. Im Dunkeln strömen die Läufer zum Anleger. 
Im Vorfeld wurde man festen Fähren zugeordnet, was jetzt aber zum Glück keinen mehr interessierte und wir eine etwas spätere Fähre nehmen konnten.

Die Überfahrt nach Staten Island ist immer wieder spektakulär. Doch am Marathon-Morgen war es etwas ganz besonderes. Eine riesige Fähre voll mit Sportlern, der Blick auf Manhattan, die Fahrt vorbei an der Freiheitsstatue und die aufgehende Sonne über Staten Island und der Verrazano Bridge. Das ganze begleitet von Booten der Coast Guard, in amerikanischer Manier natürlich mit Maschinengewehr bestückt.
Was für eine Kulisse.

Staten Island Ferry

Generell sind die Sicherheitsmaßnahmen enorm. Unglaublich viel Polizei, Counter-Terrorism, Spürhunde, alle Zufahrtsstraßen blockiert und man wird mehrfach durchsucht und abgescannt.

In Staten Island angekommen, steht man dann in einer riesigen Schlange und wartet darauf die letzte Etappe mit Bussen zum Start gefahren zu werden.
Es ist zwar strahlend blauer Himmel, aber es ist windig und es hat nur 4°C. Wir sind dick in alte Klamotten eingepackt, aber trotzdem um jede Minute im warmen Bus dankbar.

Das lange Warten auf der Start

Am Startareal angekommen, werden nochmals alle Taschen durchsucht bevor man in seinen Startbereich darf. Das Startareal ist riesig und in drei Blöcke unterteilt und jeder Läufer einem dieser Bereiche zugeteilt. Insgesamt gibt es 4 Startwellen mit jeweils 8 Startblöcken, in denen aus jedem Block die Läufer auf unterschiedlichen Wegen auf die Strecke gebracht und erst nach einigen Kilometern zusammengeführt werden. Da bekommt man ungefähr eine Idee von der Dimension des New York City Marathon, der mit über 52000 Startern der größte Marathon der Welt ist.

Michelle und ich haben glücklicherweise den gleichen Startblock, so dass wir zusammen auf den Start warten können. Ich habe außerdem angeboten nicht in der mir zugewiesenen ersten Welle zu starten, sondern mit Michelle in der dritten Welle auf die Strecke zu gehen.
Wir haben also gute 2,5 Stunden Zeit bis zum Start.

Netterweise bekommen wir von einer Deutsch-Amerikanerin eine Rettungsdecke geschenkt, auf die wir uns setzen können. Zusätzlich kann ich noch eine Isomatte ergattern, welche von einem Sponsor des Marathon verteilt werden.

Basislager

Generell gibt es reichlich Verpflegung in Form von Bagels, Waffeln, Obst, Tee, Kaffee und Wasser. Das ist bei der langen Wartezeit aber auch absolut notwendig.

Wir können nicht oft genug betonen, was wir für ein Glück mit dem Wetter hatten. Wenn ich mir vorstelle, das ganze bei Regen aussitzen zu müssen – Katastrophe.
So kauerten wir also auf unserer Isomatte unter freiem Himmel und verbrachten die Zeit mit quatschen, zittern und essen. Am Ende haben wir es dann sogar geschafft uns so zu verquatschen, dass wir in unseren Startblock rennen mussten und dieser direkt nach uns geschlossen wurde.

Wir hatten auch in einem weiteren Punkt Glück: unser Startblock startete auf der obersten Etage der Verrazano Bridge. Die Brücke hat nämlich 2 Etagen und oben ist die Aussicht deutlich schöner.

Der New York City Marathon

Man bewegt sich mit ca. 5000 Läufern seiner Startgruppe zum Startbereich. Aus den Boxen dröhnt Frank Sinatra mit “New York” und dann geht es mit Konfetti auf die Strecke und auf die 2 Kilometer lange Brücke, die Staten Island mit Brooklyn verbindet. Der New York City Marathon geht ja durch alle Stadtteile – die so genannten Boroughs – Staten Island, Brooklyn, Queens, die Bronx und Manhattan.

Der Start über die Brücke bedeutet natürlich, dass der Marathon bergauf startet, denn man muss ja erstmal die Brücke hoch. Ich verabschiede mich von Michelle und laufe zügig los. Ich fräse mich relativ schnell durch das Feld, da ich schon deutlich schneller unterwegs bin als der Rest des Feldes. Wir bewegen uns im Bereich der 4,5 Stunden Finisher. Auf der Mitte der Brücke nehme ich mir die Zeit für ein paar Fotos. Ich habe mir ja generell vorgenommen die Atmosphäre zu genießen und vielleicht ein paar schöne Bilder mitzunehmen.

Verrazano Bridge
noch mehr Brücken

Am Ende der Brücke habe ich die Spitze des Feldes erreicht und kann auf den mega breiten Strassen von Brooklyn super locker meinen Pace laufen. Ich bin ziemlich überrascht, dass so wenig los ist. Das soll sich allerdings bald ändern.
Denn zum einen biegen die zwei anderen Startblöcke auf die Strecke ein und zum anderen ich laufe auf die 2. Startwelle auf, die 20 Minuten vor uns gestartet ist. Ich laufe in eine Wand von Menschen. Es ist mit einem Mal unfassbar voll und eng. Im Zickzack laufe ich durch die Menge, muss aber immer wieder abstoppen um nicht mit anderen Läufer zu kollidieren. Schon jetzt gehen(!) einige. Das ist in den USA nichts ungewöhnliches. Bei einem Zielschluss jenseits der 9 Stunden Marke kann man einen Marathon halt auch relativ gemächlich gehen.

Die Stimmung an der Strecke ist Bombe. Die Straßen sind gesäumt von Zuschauern. Ich nehme mir die Zeit und klatsche unzählige Kinder und Erwachsene ab, die sich darüber mega freuen. So frenetische Zuschauer, habe ich bisher nur in England erlebt. Absolut sportbegeistertes und sportverrücktes Land.

Trotzdem bin ich zeitweise mega angepisst, weil ich einfach nicht meinen Stiefel laufen kann. Als es dann in Brooklyn auch noch auf etwas engere Straßen geht, verschlimmert sich die Lage sogar noch, so dass ich teilweise zum Gehen gezwungen werde. Immer wieder muss ich abstoppen.
Irgendwann denke ich mir: scheiß drauf, und verlagere mich auf’s Bilder machen und Abklatschen.

Queensboro Bridge
Queens

Das witzige ist, dass die Startnummern fortlaufend nach Startreihenfolge vergeben sind. So schaue ich zwischenzeitlich immer mal wieder in welchem Nummernkreis ich mich gerade bewege. Ich bin im Feld der 39000er Startnummern gestartet. Am Ende überqueren 13000 Läufer vor mir die Ziellinie. Das bedeutet, dass ich fast 26000 Menschen überholt habe. Das ist 2,5 mal das Gesamtfeld des Frankfurt Marathon. Unglaublich.

Das Problem ist allerdings, dass dieser sehr ineffiziente Laufstil ganz schön Körner kostet. Das ständige Abbremsen und über irgendwelche Beine springen geht gut in die Oberschenkel. Als wäre New York nicht schon schwer genug. Denn neben der kräftezehrenden Warterei am Morgen und den nicht wenigen Höhenmetern durch die ganzen Brücken, kosten auch die Straßen richtig Kraft, da sie in einem enorm schlechten Zustand sind. Außerdem stecken mir ja noch die 42 Kilometer von Frankfurt in den Beinen, die ich eine Woche zuvor abgerissen habe.
Ich merke also schon bei Kilometer 30, dass das heute wehtun wird.

Bronx

Die letzte Brücke der Strecke – rüber in die Bronx – ist kurz, aber die Auffahrt knackig und recht steil. Hier gehen mittlerweile sehr viele. Die Stimmung in der Bronx ist super gut und trägt einen Richtung Central Park.
Dort angelangt sind es immer noch gute 6,5 Kilometer bis zum Ziel. Die 5th Avenue ist vollgepackt mit Zuschauern, die zum Teil schon fast hysterisch sind und einen so krass anbrüllen, dass es in den Ohren schmerzt.

Central Park

Die letzten Meter der Strecke kenne ich ja bereits vom Vortag. Wie gesagt, unspektakulär. Kurze Zielgerade, schmale Straße, kein Zielbogen. Aber ich bin wahnsinnig froh, endlich im Ziel zu sein. Ich bin doch ziemlich fertig.

Finish Line

Was nun folgt ist richtig ätzend. Im Gänsemarsch geht es durch den Zielbereich. Dieser zieht sich über einen Kilometer von der 67th bis zur 77th Straße. Auf dem Weg bekommt man seine Medaille, eine Rettungsdecke und einen Beutel mit etwas Verpflegung.
Man kann sich in NY entscheiden, ob man einen Kleiderbeutel abgeben will oder stattdessen einen Poncho nimmt. Ich habe mich für den Poncho entschieden. Aber ganz ehrlich, ich würde beim nächsten Mal lieber einen Beutel abgeben, denn so richtig warm ist der Poncho nicht, wenn man in seinen verschwitzten Klamotten im zugigen und kalten Manhattan rumsteht. Trotz des moderaten Wetters ist mir sau kalt.

Poncho Karawane

Dann geht es nochmal 1,5 Kilometer den ganzen Weg zurück Richtung Columbus Circle zur Meeting Area. Also 2,5 Kilometer für den Afterrace-Bereich sind schon hart. Michelle hat einen Beutel abgegeben und für sie war der Weg sogar nochmal einen Kilometer länger.
Zum Glück haben mir Freunde ein trockenes Shirt und eine Jacke mit zum Ziel gebracht, ansonsten wäre ich beim Warten auf Michelle wohl erfroren.
Als diese nach ihrer Odyssee durch die Wechselzone endlich eintrifft, bin ich heilfroh und wir machen uns ohne Umschweife auf den Weg ins Hotel.

Es war uns ein Fest, New York City!

Das Fazit zum New York Marathon

Ja, der New York City Marathon ist schon geil. Er ist der größte Marathon den es gibt, gehört zu den sechs Majors und wird nächstes Jahr 50. Er ist also ein Klassiker und alleine deswegen zurecht auf der Bucket-List vieler Läufer.

Es ist schon cool mit so vielen Menschen durch eine Weltmetropole zu laufen. Ich hätte nur in meiner Startgruppe starten sollen, dann hätte ich ihn etwas mehr genießen können.
Die Stimmung an der Strecke ist richtig gut. So etwas habe ich bisher nur in London erlebt.

Die Medaille des New York City Marathon

Aber man muss sich auch bewusst sein, dass das auch seine Schattenseiten mitbringt. Der lange Weg zum Start, die ewige Warterei in der Kälte, volle Strecke und lange Zielverpflegung. Was man auch nicht vergessen darf: Downtown Manhattan bekommt man nicht aus der Nähe zu sehen, denn der Marathon macht einen großen Bogen darum. Man bekommt einiges von der Stadt zu sehen, aber nicht das, was man sich auf einer Sightseeing-Tour anschauen würde. Das ist in Berlin, London, Paris oder Rom anders.
Auch die Startgebühr ist mit knapp 360$ schon echt heftig und das ist der Preis, wenn man direkt über die New York Road Runners einen Platz bekommt und nicht den Weg über einen Reiseveranstalter geht.

Ihr merkt, ich würde ihn nicht nochmal laufen. Abgehakt. Einmal reicht mir.
Aber in jedem Fall ein würdiger Lauf für meinen 30. Marathon.

Infos zum New York City Marathon auf der Veranstalter Webseite

Frankfurt Marathon 2019

Medaille

Zum achten Mal stehe ich beim Frankfurt Marathon an der Startlinie. Mein 29er Marathon insgesamt, wenn man die Marathon der Langdistanzen nicht mitzählt.

Für mich ist der Frankfurt Marathon immer ein ganz besonderes Rennen. Es ist in der Nähe, perfekt organisiert und hat eine super schnelle Strecke. Auch ist das Wetter Ende Oktober oft besser, als im Frühjahr, wo es oft schon zu warm oder noch zu kalt zum Laufen ist.

Nachdem ich keinen Startplatz für Tokio 2020 bekommen habe, obwohl ich im Frühjahr beim Hamburg Marathon die Qualifikationszeit erreicht habe, war ich schon sehr enttäuscht. In beiden Lotterien habe ich eine Niete gezogen, der Lotterie für die Qualifkationsläufer und der für die Allgemeinheit.
Ich wusste zwar schon im Vorfeld, dass die Chancen nicht all zu gut sind, aber als ich es dann schwarz auf weiß hatte, war ich schon enttäuscht.

Warum ich das erzähle? Nun, ich habe kurz damit geliebäugelt in Frankfurt wieder die Qualifkationsnorm für Tokio anzugreifen.
Nach Rücksprache mit meinem Coach Mättz habe ich dieses Vorhaben allerdings aufgegeben. Nach der langen Saison wäre der Impact zu groß. Und es wäre schon ein sehr harter Lauf geworden. Dazu dann noch der New York Marathon eine Woche später… Naja, wenn man das so liest, dann merkt man schon, dass das eine ziemlich dämliche Idee wäre. Und am Ende würde es mit Tokio wahrscheinlich wieder nicht klappen. Also abgehakt. Ziel ist jetzt 2:58.

Same procedure as every year

Dank Zeitumstellung bekommen wir eine Stunde geschenkt. Die Autobahn ist leer und wir sind viel zu früh da. Irgendwie passiert mir das immer. Aber besser so, als dass es am Ende stressig wird. Wir sitzen in der Messehalle rum, warten und treffen noch ein paar bekannte Gesichter. 

Ich hatte mich im Vorfeld bei Sven von SwimBikeFun für seinen Sub3-Versuch als Pacemaker angeboten. Er hat zwar erst etwas gezögert, aber am Ende hat er sich von mir überreden lassen. Ich war sehr froh jemanden zum Quatschen zu haben. Da geht die Zeit dann schön schnell vorbei.

Die letzten 5km
Frankfurt Marathon mit Sven

Startschuss zum Frankfurt Marathon 2019

Eine halbe Stunde vor Start begaben wir uns in den ersten Startblock. Wie immer in Frankfurt ist der sehr voll. Das war in Hamburg besser gelöst.
Das hat natürlich zur Folge, dass es auf den ersten Kilometern immer wieder eng wird und man das Tempo rausnehmen muss.
Der Startschuss fällt und es geht los.

Bis Kilometer 32 lief das auch ganz flüssig, bis auf ein paar kleine Staus auf der Strecke, in denen wir doch teilweise ganz schön viel Zeit liegen ließen. Gerade am Anfang ist die Traube an Läufern, die auf Sub3 laufen recht groß. Doch spätestens bei der Halbmarathon-Marke beginnt das Feld zu zerfallen und sich 10 Kilometer später gänzlich in Kleingruppen aufzulösen.

Als Sven dann langsam abreißen ließ, habe ich nochmal versucht ihn ein Stück zu ziehen, aber mich dann auf meinen eigenen Pace konzentriert. Auch wenn ich gute 20 Sekunden auf den Kilometer langsamer lief als in Hamburg, wurden meine Beine langsam schwer und spätestens ab Kilometer 35 war dann auch für mich der lockere Lauf zu Ende.
Ab da geht es nochmals auf einer gewundenen Runde durch die Innenstadt und dieses Stück zieht sich gefühlt endlos. Um mich noch etwas zu motivieren, habe ich mir dann das Ziel 2:57:xx gesetzt und die letzten Kilometer ein bisschen angezogen. 
Das Wetter wurde auch langsam eklig und ich wollte einfach fertig werden.

Finishline

Und dann geht es doch alles ganz schnell. Noch zweimal Abbiegen und es geht rein in die Festhalle – die „Gudd Stubb“. Ist schon ein cooler Zieleinlauf. 

Die Uhr stoppt bei 2:57:43. Punktlandung. Ich bin sehr zufrieden.
Schon krass, dass ich mittlerweile so locker einen Sub3 Marathon laufen kann. Das wäre vor 2-3 Jahren noch undenkbar gewesen. Je oller, desto doller!

Danach habe ich mich nicht lange im mit Zielverpflegung aufgehalten. Schnell umziehen und ab ins Auto. Die Badewanne wartet. Wurde dann doch ganz schön kalt.

PS: Glückwunsch an Sven, der sein Sub3 Ziel erreicht hat. Richtig gut

Infos zum Frankfurt Marathon auf der Veranstalter Webseite

Marienwörther Benefizlauf – Mein erster Gesamtsieg

Marienwörther Benefizlauf Vorschau

Sonntag morgen, heute steht der Marienwörther Benefizlauf auf dem Wettkampfprogramm. Wir haben bis 3 Uhr Nachts die Ironman Weltmeisterschaft geschaut. Nach 5 Stunden Schlaf klingelt der Wecker. Warum tue ich mir das an?
Todmüde schleppe ich mich in die Küche. Erstmal Kaffee.
Wir frühstücken ein paar Toast mit Honig, jammern und machen uns fertig für den Lauf.

Die Fahrt nach Bad Kreuznach ist kurz. Natürlich sind wir viel zu früh da und haben nach Abholung der Startnummer noch fast eine Stunde Zeit. Verschenkter Schlaf.
Also setzen wir uns in die Sonne und beobachten die ambitionierten Läufer, die sich sehr motiviert warm machen. Ich weiß nicht, ob das so effektiv ist eine halbe Stunde vor dem Start noch Lauf-ABC und Intervalle zu machen, aber das muss ja jeder selbst wissen. 
Wir bleiben jedenfalls bis 30 Sekunden vor dem Start sitzen.
Dann geht es um 11 für Paupi auf die 5km Runde. Ich darf noch 10 Minuten länger sitzen bleiben.

Der Marienwörther Benefizlauf

Etwa eine Minute vor dem Start dränge ich mich in die zweite Reihe. Startschuss. Los geht’s.
Ich bin überrascht, dass sich doch eine recht große Spitzengruppe von 7-8 Läufern bildet und mit einem 3:30er Pace die ersten Kilometer läuft. Das ist bei so kleinen Läufen schon ungewöhnlich.

Marienwörther Benefizlauf Zielsprint

Nach 3,5 Kilometern bleibt das Führungsfahrrad stehen und ich hören einen Läufer sagen: “da oben steht bestimmt ein Zweites, so schnell kommt der da nicht hoch”.
Hä? Wieso kommt der mit dem Rad nicht so schnell da hoch, was kommt denn da bitte für eine Steigung? 
Als wir um die Ecke biegen, wird es mir klar. Keine Steigung, sondern Treppen!
Es geht knapp 100 Meter die Treppen nach oben auf einen Panorama-Weg. Die eine Hälfte der Läufer nimmt die Stufen, die andere den Trampelpfad an der Seite. Ich wähle die Treppen. Der Puls kommt ordentlich in Schwung und oben angekommen, sind alle mehr oder weniger am Schnaufen. 

Weiter geht es nun ziemlich wellig auf einem Schotterweg über den Dächern der Stadt entlang, dann wieder runter, auf Kopfsteinpflaster durch die verwinkelte Altstadt und dann auf einen matschigen Waldweg. Hier bekommt man echt jedes Terrain geboten.
Ich mag das ja eigentlich nicht so und bin froh, als wir wieder richtigen Asphalt unter den Füssen haben.

Bis Kilometer 7 ist die Gruppe auf 4 Läufer geschrumpft. Dann eine Attacke, die aber von kurzer Dauer ist. Einen Kilometer später sind wir zu dritt an der Spitze.Ich weiss, dass ich den letzten Kilometer nochmal deutlich schneller laufen kann. Und so setzte ich mich beherzt an die Spitze. Kein Blick zurück. Gas geben.

Doch ich höre noch Schritte hinter mir. Wird knapp. Die letzten 500 Meter. Auf der Einbiegung Richtung Ziel höre ich: “auf Endspurt!”. Das gilt sichern nicht mir. Also habe ich immer noch meine Verfolger im Nacken. Na dann… Ich setze zum Zielsprint an, all in. Mit 36:05 gewinne ich das Rennen mit 5 Sekunden Vorsprung.
Mein erster Gesamtsieg bei einer Laufveranstaltung. Geil! 

Marienwörther Benefizlauf Siegerehrung

Infos zum Marienwörther Benefizlauf auf der Veranstalter Webseite