IRONMAN HAWAII – Tag 6 – Energy Lab

Heute steht die letzte längere Laufeinheit auf dem Plan. Natürlich nutze ich diese um einen Teil der Laufstrecke zu besichtigen. Also entscheide ich mich selbstverständlich für das berüchtigte Energy Lab, dem Wendepunkt der Marathonstrecke. Hier befindet sich eine Außenstelle der Uni zur Erforschung von Solarenergie. Wo macht man sowas? Richtig, da wo die Sonne schön knallt!

Auch heute machen wir erst ein bisschen Touri-Programm und fahren zum Kaloko-Honkohau National Historic Park. Von dort stampfen wir durch die Lavafelder zum Strand, wo sich Fischteiche befinden.

Wir haben Glück. Dank der Ebbe liegen gut ein Dutzend Meeresschildkröten am Strand und lassen sich die Sonne auf den Panzer scheinen. Diese Tiere sind wirklich faszinierend. Ich könnte sie stundenlang beobachten, auch wenn sie sich eigentlich gar nicht bewegen. Wir haben sogar das Glück und sehen, wie eine Schildkröte vom Strand ins Wasser robbt. Das sieht echt mühsam aus.

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Lauf im Energy Lab oder der Athleten-Grill

Nach der Sightseeing-Runde laufen wir los. Ich hin und zurück und Michelle bis zum Wendepunkt.

Auf dem Queen K Highway läuft es sich ganz locker. Es ist zwar heiss, aber der Pace ist gut.
Nach gut 4 km biege ich rechts ab ins Energy Lab. Es geht bergab zum Meer. Puh, das muss man dann später auch alles wieder rauf.
Die Sonne ist brutal. Es ist 12 Uhr und der Ofen ist vorgeheizt. Der Asphalt flimmert und ich sehne mich nach einer Abkühlung im Meer. Auch hier sind wieder jede Menge Läufer unterwegs. Die Jungs oft oberkörperfrei. Why?

Nach 3 km im Energy Lab geht es zurück. Ich habe bin kurz vor’m platzen. Scheisse, nach 180 km auf dem Rad und einem Halbmarathon wird man hier so richtig gerillt. Mir kommen echte Zweifel, ob ich das schaffe. Im Kopf korrigiere ich meinen angestrebten Wettkampf-Pace nach unten.

Dann geht es die Strasse hoch zurück zum Highway. Bergauf und die Sonne im Nacken. Es ist einfach nur brutal. Endlich oben angekommen biege ich auf den Queen K zurück Richtung Kona. Jetzt weiss ich, warum der Hinweg so gut lief: fetter Rückenwind! Ergo habe ich jetzt fetten Gegenwind. Das Warmluftgebläse sorgt dafür, dass ich 30 Sekunden langsamer auf den Kilometer werde.

Mit letzter Kraft erreiche ich das Auto und trinke erstmal 2 Liter Wasser.

Verdammt nochmal, das waren gerade mal 14 Kilometer und ich bin total kaputt. Das kann am Samstag ja heiter werden.

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Nationenparade

Ich sammle Michelle mit dem Jeep im Energy Lab ein und wir legen uns nochmal kurz an den kleinen Strand.

Dann geht es auch schon nach Kona zur Nationen Parade. Das ganze ähnelt ein wenig dem Einmarsch der Athleten bei Olympia.
Kaum stellen wir uns auf fängt es wieder an zu Regnen. Was ist hier eigentlich los? Ich dachte, hier regnet es nie?!?
Nass und zitternd stehen wir im Regen und warten, dass sich die Parade in Gang setzt.
Die Deutschen zeigen sich von ihrer Ballermann-Seite: Super-Deutschland und Humpa lassen uns ein wenig fremdschämen. Die Franzosen vor uns sind zwar auch nicht besser, aber auf französisch klingt es wenigstens charmant.

Frodo lässt sich auch noch ein bisschen feiern und nach der kleine Runde über den Ali Drive machen wir, dass wir Heim kommen. Wir sind pitschnass!

Es wird die ganze Nacht durchregnen!