Ironman Barcelona

Der Bericht zum Ironman Barcelona wird nicht einfach. Denn nach vielen positiven und erfolgreichen Wettkämpfen in den letzten Jahren, sollte es diesmal ganz anders laufen. Meine Ziele habe ich alle verfehlt und das Rennen lässt mich ziemlich frustriert zurück.

Aber beginnen wir am Anfang.

Projekt Sub9

Als Sportler braucht man ja Ziele um sich zu motivieren. Welches Ziel noch ganz oben auf meiner Liste steht, ist eine Langdistanz unter 9 Stunden zu finishen.
Meine bisherige Rennauswahl war zum Erreichen dieses Ziels eher suboptimal. Frankfurt mit zu langer Radstrecke, Vichy mit zu viel Höhenmetern und auf Hawaii für mich schlicht nicht machbar.

Welches Rennen sollte es nun für das Projekt Sub9 werden?
Ganz oben auf meiner Liste standen Kalmar in Schweden und Kopenhagen. Leider waren diese Wettkämpfe aber schon ausgebucht. So fiehl die Wahl auf den Ironman Barcelona, der im Küstenort Calella vor den Toren der Großstadt ausgetragen wird.
Flache Radstrecke, flache Laufstrecke und schnelle Schwimmzeiten, trotz des Schwimmen im Meer. Hier sollte es klappen.

Ironman Barcelona

Wir sind bereits eine gute Woche vor dem Rennen mit dem Auto nach Calella angereist. Ich wollte die letzen Trainingseinheiten vor Ort machen und mich für den Wettkampf akklimatisieren. Außerdem sollte der Ironman auch den Rahmen für unseren ersten Strandurlaub seit Corona bilden.

Bei den ersten Trainingseinheiten auf der Wettkampfstrecke entlang der Küste wurde mir schnell klar, dass das Projekt Sub9 stark vom Wetter abhängt.
Es gab windstille Tage, an denen die Radstrecke super schnell ist. Der Asphalt ist besser als erwartet und es rollte einfach super. Doch mit Wind wird die Hälfte der Strecke sehr mühselig und zermürbend.
Auch beim Laufen zeigte sich dies. Mit Rückenwind lief es sich etwas einfacher, dafür wurde man von der Sonne gegrillt. Auf dem Rückweg ist man dann gegen eine Windwand gelaufen, die aber zumindest etwas kühlte.
Im Wasser das gleiche Spiel. Am ersten Tag hatte es Wind und schon ganz ordentlichen Wellengang. Ich habe mich schon gewundert, wie bei den Bedingungen so schnelle Schwimmzeiten entstehen. Am nächsten Tag dann ohne Wind wurde es klar, denn das Meer lag spiegelglatt vor mir und das Schwimmen war wie im Pool.

Nun ging also der bange Blick regelmäßig in diverse Wettervorhersagen und die verheißen nichts Gutes.

Die heiße Phase

Am Donnerstag bereite ich mein Material für den Wettkampf vor. Als ich meine Rad putze, bemerke ich, dass die Gabel total locker ist. Ich bin kurz vor einer Panikattacke. Ein Blick in Google-Maps zeigt, dass um die Ecke ein Radladen ist. Die Jungs sind super nett, aber haben mit dieser Art von Rädern offensichtlich keine Erfahrung. Sie bekommen es nicht wirklich repariert. Es ist zwar besser, aber die Gabel hat immer noch viel zu viel Spiel.
Da ich noch meine Startunterlagen abholen muss, buche ich kurzfristig einen Slot beim offiziellen Bike-Service auf der Ironman Expo. Die machen ja nichts anderes als Triathlonräder zu warten. Die sollten das ja hinbekommen.
Doch auch sie bekommen das Problem nicht behoben. Ich werde also so ins Rennen gehen müssen. Für einen Perfektionisten ist das ein Alptraum, aber ich kann es nicht ändern.

Am Samstag geht es dann zum Checkin. Das Eventgelände des Ironman Barcelona ist riesig, denn neben der Langdistanz findet zeitgleich auch noch die 70.3 Mitteldistanz statt. Es gibt zwei getrennte Bike-Parks für die beiden Rennen und beide sind so voll und eng bestückt, wie man es seit Corona gar nicht mehr gewohnt ist.
Die Wechselzone der Langdistanz befindet sich auf einem Kunstrasenplatz am Strand und hier hängen die Räder Lenker an Lenker.

Noch ist die Wechselzone leer

Bis auf die Maskenpflicht, die mehr oder weniger eingehalten wird, ist dieser Ironman wie vor Corona. Es wird auch kein Corona-Test oder eine Impfung benötigt. Das ist schon sehr befremdlich, gerade weil die Region ja noch vor einigen Wochen Hochinzidenzgebiet war. 

Nach dem Checkin schwimme ich noch eine Runde um mir die Bojen der Wettkampfstrecke anzusehen. Heute sind optimale Bedingungen. Kein Wind. Das Meer liegt flach vor uns. Doch für den morgigen Wettkampftag ist starker Wind und Regen gemeldet. Das kann man sich aktuell gar nicht vorstellen und so hoffen alle, dass sich die Wettervorhersage nicht erfüllt.

Nach dem Schwimmen liegen wir am Strand um in der Sonne zu trocknen, als Ironman auf einmal beginnt alle Bojen wieder einzusammeln. Das ist kein gutes Zeichen. Meine Vermutung ist, dass sie mit starkem Wind in der Nacht rechnen und die Bojen am morgen wieder ausbringen. Es soll aber ganz anders kommen.

Ironman Barcelona – Race Day

Der Wecker klingelt um 5. Ich habe ganz gut geschlafen. Als ich die flatternden Vorhänge sehe, ist mir direkt klar, dass sich die Wettervorhersage nicht geirrt hat. Eigentlich war es bisher am morgen immer windstill und der Wind kam im Laufe des Nachmittags auf. Doch heute nicht. Der Wind bläst bereits jetzt richtig heftig.

Nach der üblichen Vorbereitung geht es zur Wechselzone. Auch dort ist alles Routine. Die Fahnen stehen steif im Wind. Der Bange Blick geht zum Meer, wo die Wellen beängstigend heftig auf den Strand schlagen. 

Vor dem Schwimmstart

Schwimmen mal anders

Um 8 Uhr sollte der Start der Mitteldistanz sein und um 8:30 Uhr der Start der Langdistanz des Ironman Barcelona. Doch die Zeit verstreicht und das Rennen wird nicht gestartet. Was ist da los?
Ich gehe zum Strand. Die Wellen tosen. Ich sehe auf er linken Seite des Schwimmstarts zwei Ironman-Bojen in den Wellen tanzen. Doch auf der rechten Seite kann ich keine Bojen sehen. Irgendwas stimmt hier nicht, denn eigentlich waren zwei getrennte Schwimmstrecken geplant. Für die Mitteldistanz sollte es links die Küste runter und für die Langdistanz rechts die Küste hoch gehen.

Ich entdecke eine Race-Official und erfahre, dass das Schwimmen gekürzt wurde und beide Rennen auf der gleichen Strecke schwimmen, die auf 900 Meter verkürzt wurde. Auch der Start wurde verschoben. Es sollte für mich jetzt erste um 9:10 Uhr losgehen.
Ich bin frustriert. Damit ist mein Projekt gestorben, bevor es überhaupt losgeht. Klar, war ein Sub9 Finish bei diesem Wetter unrealistisch, aber jetzt war es definitiv unmöglich, denn mit einer gekürzten Strecke zählt das Ergebnis nicht.

Dann startet die Mitteldistanz und es spielen sich Dramen ab. Man sieht, dass viele noch nie bei solchen Bedingungen im Meer waren und nicht wissen, wie man durch die Brandung schwimmt. Immer wieder werden Athleten, beim Versuch über die Wellen zu schwimmen, von diesen unsanft zurück auf den Strand geworfen.
Andere geraten in Panik und müssen von Rettungsschwimmern aus dem Wasser gezogen werden.
Hätte man das Schwimmen, wie bei der zeitgleich nur wenige Kilometer entfernt stattfindenden Challenge Salou, absagen sollen? Ich bin mir unsicher, da die Bedingungen für mich nicht so abschreckend waren.

Der Start in die Wellen

Ich begebe mich zum Start und nach kurzer Zeit geht es für mich auf die Strecke. Als sich ich das Go bekomme, renne ich los, springe in die auf mich zu rollende Welle und tauche darunter hindurch. Ein paar Kraulzüge, Welle, tauchen und dann bin ich draußen auf offener See. Der Wellengang ist schon heftig, aber ich finde es eigentlich ganz geil. Ich habe es schon immer gemocht, bei solchen Bedingen im Meer zu toben.
Ich kämpfe mich durch die Wellen zur ersten Boje, dann geht es nach links und man ist voll in der Strömung. Ehe ich mich versehe, bin ich an der zweiten Boje und werde von den Wellen zurück an Land gespült. Man muss eigentlich nur darauf achten, dass man nicht am Schwimmausstieg vorbei getrieben wird. Als ich wieder Land unter den Füßen habe, schaue ich auf die Uhr: 9 Minuten – das hat sich ja gelohnt.

Ordentlich durchgeschüttelt brauche ich beim Wechsel etwas länger, schnappe mir mein Rad und weiter geht’s.

Schwimmaustieg

Ironman Barcelona – Ein Lutscherrennen

Auf Grund des schlechten Straßenbelags und der vielen Bodenwellen darf man auf den ersten 3 Kilometern nicht in Aeroposition fahren. Am ersten Buckel verliere ich die Flasche mit meiner Ernährung. Was für eine Scheisse, das kann doch wohl nicht wahr sein.
Ich habe mich immer gefragt, warum die Leute ständig diese Aeroflasche verlieren, da es mir noch nie passiert ist. Bis heute. Ausgerechnet!
Ich bleibe stehen und netterweise wirft mir ein Zuschauer meine Flasche zu. Vorsichtig fahre ich weiter.
Dann sind die ersten 3 Kilometer geschafft und es geht in die Aeroposition. Der Wind bläst, wie befürchtet, stramm von vorne.

Nach 6 Kilometern fahre ich auf das Ende der Mitteldistanz auf. Das ist doch ein Scherz? Also nichts mit Kopf runter, denn ich muss tierisch aufpassen, da die Leute, die hier unterwegs sind, sehr unsicher fahren. Da fährt man ganz gerne mal in der Mitte der Straße oder zu dritt nebeneinander. Ist ja alles okay, dass da Rookies im Rennen sind, aber der Langdistanz ein komplettes 70.3 Feld vor die Nase zu setzen, ist schon nicht so richtig cool.

Vor einem Kreisel haut es mir wieder die Flasche aus der Halterung. Ich muss wieder anhalten. Was mache ich jetzt, ich kann ja nicht vor jeder Bodenwelle abbremsen. Ich stecke mir die Flasche in den Einteiler und fahre weiter. Das geht eine Weile gut, doch dann öffnet sich der komplette Reißverschluss des Anzugs und ich bekomme ihn ums Verrecken nicht mehr geschlossen. Ich halte erneut an. Ich trinke die mit Wasser gefüllte Flasche meines Frontsystems leer und fülle meine Ernährung hinein. Das ist zwar nicht optimal, da diese Flasche nicht richtig dicht ist, aber mir fällt keine bessere Lösung ein. Mit wieder geschlossenem Einteiler geht es weiter.

Mein Frustlevel steigt stetig. Heute läuft ja mal so alles schief. Auf dem Weg zum ersten Wendepunkt kommen mir die Führenden entgegen und dann folgt ein Feld von gut 15 Fahrern, die ohne jeden Abstand ein Peloton gebildet haben. So etwas unfaires habe ich noch nie gesehen, vor allem nicht in der Spitze eines Rennens. Hier wurden die vorgegebenen 12 Meter Windschattenabstand nicht nur unterschritten, nein, es wurde Reifen an Reifen gefahren. Ich bin echt fassungslos.

Diesem Peloton folgte noch ein weiteres und als ich an der Wende vorbei war, sah ich auch, dass hinter mir ein weiteres Feld folgte, das auf alle Regeln pfiff. Ich war unfassbar sauer und frustriert, denn mir wurde klar, dass ich absolut keine Chance habe, da ranzukommen. So ein Feld ist im Wind natürlich viel schneller und die Fahrer müssen nur einen Bruchteil der Energie investieren.
Mir war zwar im Vorfeld bewusst, dass der Ironman Barcelona ein Lutscher-Problem hat, aber dass es so krass ist und sich auch im vorderen Feld abspielt, hatte ich nicht erwartet.

Radstrecke des Ironman Barcelona

So kämpfe ich mich weiter gegen den Wind und sehne die Wende herbei, die uns auf den Rückweg bringt und somit endlich Rückenwind beschert.

Endlich in El Masnou angekommen geht es zurück Richtung Calella. Der Wind pfeift von hinten und die kommenden 35 Kilometer machen richtig Bock. Es geht mit Highspeed zurück.

An einer Verpflegungsstation rufe ich nach Wasser und ein Helfer hält mir die Flasche entgegen. Als ich sie greife, lässt der Helfer sie aber nicht los. Als ich sie ihm dann durch den Schwung, den ich habe, doch entreiße, bringt mich der Ruck fast zum Sturz. Ich schlingere Richtung Fahrbahnmitte und sehe mich schon auf dem Asphalt, als ich mit letzter Not das Rad wieder aufrichten kann.
Ich fluche laut vor mich hin. Adrenalin am Anschlag. Meine Nerven liegen blank. Was ist denn heute los?

6 Kilometer vor der Wende kommt mir wieder das führende Feld entgegen. Die Ersten fahren alle fair, aber dann kommt es wieder, das Peloton. Das Bild hat sich nicht verändert. Vor mir liegen zwei Felder, die absolut unfair fahren und auch das Lutscherfeld hinter mir zeigt sich unverändert. Ich frage mich für was die Wettkampfrichter eigentlich auf der Strecke sind, denn es sind eigentlich relativ viele davon unterwegs. Doch die Penalty-Zelte sind leer und das unfaire Treiben wird einfach ignoriert. Es ist zum Kotzen.

Nach 90 Kilometern dann die Wende am Ortseingang von Calella und es geht zurück in den Wind und ich merke, dass ich bereits jetzt sehr erschöpft bin. Das sollte zu diesem Zeitpunkt im Rennen eigentlich nicht der Fall sein. Was stimmt heute nicht?
Ab Kilometer 100 beginne ich mich wirklich zu quälen. Ich versuche mich zu beruhigen. Das ist ein langes Rennen. Vielleicht nur ein kurzes Down. Das gibt sich sicher wieder.

Nach 130 Kilometern kommt dann das, was absehbar war. Das Lutscherfeld holt mich ein. Die fahren wirklich mit wenigen Zentimetern Abstand und wechseln sich auch noch schön mit der Führungsarbeit ab.
Ich bin so fertig, dass ich aufgebe und mich in den „train of shame“ einreihe. Wegfahren kann ich der Gruppe nicht mehr und wenn ich abreissen lasse, dann mache ich mich bis zur Wende total kaputt und verliere trotzdem eine Menge Zeit gegen dieses Feld.
Ich muss sagen, dass ich mich dafür wirklich schäme. Aber mental und physisch war ich zu dem Zeitpunkt nicht fähig weiterhin fair zu fahren.

Auf der Radstrecke

Nach der Wende ging es dann mit Rückenwind auf die letzten 35 Kilometern und ich konnte mich wieder vom Feld lösen, dank einiger Fahrer, die einen Ausbruch starteten. So konnte ich zumindest diesen Teil wieder fair fahren. Aber die 12 Kilometer Gelutsche waren einfach scheisse.

Ich bin sehr froh, als ich vom Rad steigen und es endlich Richtung Wechselzone schieben kann. Doch dann das nächste Malheur. Eine Windböen verreist mir das Vorderrad und ich verdrehe mir die Hand beim Versuch das Rad vor dem Sturz zu bewahren. Wenn’s läuft, dann läuft’s.

Killing me softly

Ich brauche drei Versuche, bis ich endlich die Laufschuhe richtig an habe und dann geht es auf die Strecke. Endlich laufen. Meine Paradedisziplin.

An der ersten Verpflegungsstelle nehme ich Gel und Wasser. Der Plan ist, alle 5 Kilometer ein Gel zur optimalen Versorgung zu nehmen.
Nach knapp 2 Kilometern erreiche ich den Zielbereich des Ironman Bacelona und es geht mit Rückenwind auf die erste der drei Runden.
Nachdem es auf der Radstrecke die ganze Zeit bewölkt war, kommt nun die Sonne raus und es wird ganz schön warm.
Ich zügle meinen Pace etwas. Mein Ziel ist ein 3 Stunden Marathon. Ich liege auf Kurs.

Noch läuft es

Bis zur Wende in Santa Susanna läuft es ganz gut, doch dann geht es gegen den Wind und es ist, als ob man gegen eine Wand läuft.
Das Elend nimmt seinen Lauf. Den angestrebten Pace kann ich nicht mehr halten. Ich habe keine Power mehr und beginne schon in diesem frühen Abschnitt des Marathon an jeder Verpflegungsstelle zu gehen und mich mit Wasser zu übergießen.
Kann es sein, dass es wärmer ist als die letzten Tag? Und schwüler? Ich überlege sogar ernsthaft, ob ich Fieber habe.

Der Pace wird immer schlechter. Ich schleppe mich von Verpflegung zu Verpflegung und gieße mir jedes Mal eine Flasche Wasser über den Körper. Was stimmt denn heute nicht? Oder stimmt heute einfach meine Einstellung nicht?

Ich versuche, die ganze Zeit zu ergründen, warum es nicht läuft. Noch nie bin ich so bei einem Lauf eingebrochen und das bereits nach so kurzer Zeit. Ich gehe immer wieder. Nutze sogar teilweise die Duschen am Strand um mich komplett nass zu machen und versuche mich weiterhin optimal zu ernähren, in der Hoffnung, dass vielleicht nochmal was geht.
Aber das Einzige was geht, bin ich. Wandertag nennt man das wohl.

Ich stapfe schwerfällig durch den Sand und jedes Mal wenn ich Michelle an der Strecke sehe, bleibe ich stehen und fange an zu jammern. Ich bin total erschöpft. Das Laufen fällt mir unfassbar schwer. Ich bin echt kurz davor mich vollkommen zu ergeben. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, ich hab Sand in den Schuhen. 

Der Lauf in seiner härtesten Phase

Zu Beginn der dritten Runde fängt es an zu regnen. Welche Erfrischung! Trotzdem muss ich immer wieder gehen. Ich nehme mir sogar die Zeit den Sand aus meinen Schuhen zu leeren. 

Mir ist fast alles egal. Hauptsache fertig werden, endlich diesen schrecklichen Tag beenden. Der Ironman Barcelona hat mich geschafft.

Doch ich setzte mir noch ein Ziel: den Marathon unter 3:30 zu laufen. Soviel muss dann doch noch sein und es gelingt mir auf den letzten Kilometern zumindest wieder einigermaßen in einen Flow zu kommen, wenn auch in einen, für meine Verhältnisse, sehr langsamen.

Als ich dann endlich den roten Teppich betreten darf, bin ich unendlich erleichtert. Endlich hat das Elend ein Ende. Ich trete über die Ziellinie des Ironman Barcelona und bin einfach froh und glücklich, dass es vorbei ist. Ich habe selten so gelitten.

Die Finishline des Ironman Barcelona

Ironman Barcelona After-Race-Blues

Ich bin aktuell ziemlich frustriert und unzufrieden mit dem Wettkampf. Klar, denn ich habe keines meiner Ziele erreicht.
Das Radfahren war noch okay, aber der Lauf war das Schlechteste, was ich seit langem gemacht habe. Ich würde sogar fast sagen, dass es meine schlechteste sportliche Performance überhaupt war. Aber das Schlimmste ist, dass ich absolut nicht weiß, warum dieser Tag so gelaufen ist. Aktuell fällt mir eigentlich nur ein, dass die Ernährung auf dem Rad durch das Umfüllen und dessen Folge vielleicht nicht optimal war.
Vielleicht hat auch der Kopf nicht richtig mitgespielt.
Aber so wie ich mich heute fühle, glaube ich nicht, dass ich nicht alles auf der Strecke gelassen habe, was ich gestern zu bieten hatte.

Fertig

Nach vielen Rennen, die gut gelaufen sind, war es vielleicht einfach mal an der Zeit, ein richtig beschissenes Rennen zu haben. Eine Erfahrung, auf die ich gerne verzichtet hätte.

Unter 5 Stunden auf dem Rad und ein 3:22 Marathon sind natürlich jammern auf hohem Niveau. Platz 9 in der Altersklasse ist ja auch nicht so schlecht. Das an diesem Tag niemand einen 3 Stunden Marathon gelaufen ist, zeigt auch, dass die Bedingungen richtig hart waren. Aber eigentlich war mein Ziel schon einen Podiumsplatz zu erreichen und zu dem haben mir dann doch satte 27 Minuten gefehlt. 

Das muss jetzt erstmal sacken. Das Projekt Sub9 werde ich im nächsten Jahr auf grund der geplanten Rennen nicht erneut angehen. Mal sehen, ob und wann ich einen weiteren Versuch starte.

Der Ironman Bareclona ist eingentlich ein schönes Rennen, aber das auf der Radstrecke nicht gegen das unfaire Verhalten durchgegriffen wird, versaut den ganzen Wettkampf und das ist echt schade.

Medaille des Ironman Barcelona

Strava Aktivitäten zu diesem Rennen: swimbike run

Infos zum Ironman Barcelona auf der Veranstalter Webseite