Silbersee Triathlon – Mein erstes Regionalliga Rennen

Nach über 10 Jahren Vereinsmitgliedschaft habe ich es am vergangen Sonntag endlich einmal geschafft für die Regionalliga Mannschaft des FC St. Pauli zu starten.
Beim Silbersee Triathlon in Stuhr erfolgte auf der Olympischen Distanz meine Premiere.

Eigentlich wollte ich schon 2020 in der Liga starten, aber ihr wisst schon, Corona hat dem ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht.
So hing der FC St. Pauli Einteiler ungenutzt im Schrank und ich war mir gar nicht mehr sicher, ob ich ihn überhaupt je bei einem Ligarennen tragen würde.

Doch diese Saison sollte es dann doch soweit sein. Im Vorfeld habe ich immer gesagt, dass ich nur bei einem Rennen ohne Windschattenfreigabe starte. Somit kam nur der Silbersee Triathlon in Stuhr bei Bremen in Frage.

Das Rennen sollte das Finale der Regionalliga Saison sein. Für die Herren des magischen FC ging es um den Klassenerhalt und für die Damen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Samstags reiste ich, nur wenige Wochen nach dem Hambug Wasser Triathlon, erneut in den Norden, um mich in einem schicken Autobahn Hotel mit dem Rest des Teams und der Frauenmannschaft zu treffen. Nach einer langen Autofahrt gab es erstmal einen kurzen Aktivierungslauf, um die müden Beine aufzuwecken. Der Abend wurde letztlich mit dem obligatorischen Pasta Essen bei einem Italiener in Delmenhorst beschlossen.

Regionalliga Mannschaft es FC St. Pauli Triathlon

Das Finale der Regionalliga Saison

Nach einem kargen Frühstück mit einem, Honigbrötchen und Kaffee ging es zum Silbersee. Das einrichten der Wechselzone ging fix, man kennt das Prozedere ja. Der Massenstart für die Regionalliga Herren war für 9 Uhr angesetzt.
Dann kam die Information, daß alle außer den Regionalliga-Starter mit Neo schwimmen dürfen. Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, daß auch in der Regionalliga die Elite Regeln angewendet werden. Ich war aber vorbereitet und zog stattdessen meinen Swimskin an.
Nach einem kurzen Einschwimmen stand ich dann an der Wasserlinie und wartete auf den Start.
“Ich starte das Rennen nicht, bis alle Swimsuits ausgezogen sind!”. Die Ansage kam vom Wettkampfrichter 10 Sekunden vor dem Start. Noch eine Regel die mir neu ist.
Hastig zog ich und einige andere ihre Swimskins wieder aus und dann konnte es los gehen.

Waschmaschine vom Feinsten und das fast auf der kompletten ersten Runde. Erst nach dem Australien Exit wurde es auf der zweiten Runde ruhiger.
Eigentlich habe ich mich beim Schwimmen sehr gut gefühlt, aber die Uhr war da anderer Meinung.
Was soll ich groß sagen, ohne Neo schwimme ich noch schlechter als mit und der Abstand nach vorne noch größer. So kam ich erst nach 26 Minuten aus dem Wasser und musste feststellen, daß damit so ein Ligarennen fast gelaufen ist.

Radfahrt mit bitterem Ende

Wie im Norden nicht anders zu erwarten, ist die Radstrecke absolut flach. Ich komme gut rein und kann einige überholen, finde aber keine Gruppe, die mir passt. So fahre ich viel alleine. Erst auf den letzten Kilometern der 40 Kilometer Runde kann ich mich nochmal an einen Fahrer heranarbeiten, was mich allerdings auch viel Energie kostet.

Dann ist die kurzweilige Strecke auch schon geschafft und ich springe vom Rad.

Radpart des Silbersee Triathlon

Mental schon auf der Laufstrecke passiert es. Die eingeklickten Radschuhe berühren durch die Drehung der Kurbel beim Schieben in die Wechselzone den Boden. Dadurch dreht sich die Kurbel noch schneller. Ein Teufelskreis. Das führt dazu, daß die Radschuhe immer heftiger auf den Boden knallen und sich das Rad nur noch mit Mühe schieben lässt. Deshalb hebe ich das Hinterrad an und laufe so über die Wiese.
Doch dann verfängt sich das Vorderrad in einer Senke, stellt sich quer und das Rad kommt abrupt zum Stehen. Ich laufe voll in das Rad und stürze darüber.
Ich rappel mich wieder auf. Mir ist nichts passiert, außer daß ich mich vor allen Zuschauern mal schön auf die Nase gelegt habe und mühsam erkämpfte Zeit verliere.

Später stelle ich dann allerdings fest, daß der Stunt einige Spuren am Rad hinterlassen hat. Die Gabel hat sich gelockert und durch den harten Einschlag wurde das Kabel der elektrischen Schaltung durchtrennt. Nicht so geil eine Woche vor dem Frankfurt City Triathlon. Die Startnummer 13 hat mir wohl doch kein Glück gebracht.

Auf dem Weg ins Ziel des Silbersee Triathlon

Ich ziehe die Laufschuhe an und begebe mich auf die erste der drei Runden um den Silbersee.
Beim ersten Kilometer kommt mir die Spitze entgegen, die einen guten Kilometer Vorsprung hat. Ich zähle wie viele Läufer mir entgegenkommen und ende bei etwa 30. Langsam sehen die nicht aus. Liga ist schon irgendwie ein anderer Schnack.
Ich mache mir wenig Hoffnung noch großartig Plätze gut zu machen, will aber einen ordentlichen Lauf abliefern und ziehe mit einem 3:40er Pace meine Runden.
Ich kann einige überholen, werde aber auch selbst noch überholt. Auch das eine eher seltene Erfahrung für mich.

Im Ziel habe ich genau 36 Minuten auf der Uhr. Damit bin ich super zufrieden.  Die 9. schnellste Laufzeit. Ich denke, das kann sich sehen lassen.

Am Ende heißt das für mich Platz 27 mit einer Zeit von 2:04:50.

Zieleinlauf beim Silbersee Triathlon

Als Mannschaft haben wir es wohl geschafft, den Abstieg aus der Liga zu verhindern. Die Frauen sind sensationell in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Ein erfolgreicher Tag für den FC St. Pauli beim Silbersee Triathlon!

Es war eine super Erfahrung mal in einem Liga Rennen zu starten, aber eine Wiederholung wird es für mich wahrscheinlich nicht geben.
Mein Fokus liegt einfach mehr auf den längeren Strecken und die lange Anreise ist super anstrengend.

Aber es hat verdammt viel Spaß gemacht mal einen Triathlon als Team zu bestreiten.

Den Silbersee Triathlon kann ich auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen. Ein toller Vereinswettkampf wie er sein sollte, mit viel Liebe und Herzblut. In solchen Rennen schlägt das wahre Herz des Triathlon.


Strava Aktivitäten zu diesem Rennen: swim – bikerun

Infos zum Silbersee Triathon auf der Veranstalter Webseite