Silvesterlauf auf dem Kuhberg – One last dance

Wenn man zwischen den Jahren Urlaub hat, aber eigentlich nicht viel zu tun, dann schauen manche Menschen im Internet, welche Wettkämpfe man denn vielleicht so machen könnte.
Während dieser Recherche stieß ich auf den Silvesterlauf auf dem Kuhberg in Bad Kreuznach. Das ist ja quasi um die Ecke. Also warum nicht zum Jahresabschluss noch einen 10er laufen?

Da der aktuelle Trainingsfokus mehr auf Laufen liegt, war die Festive 500 in diesem Jahr keine Option. Am Ende hat es nicht mal zu Festive 161 gereicht, aber wenn man sich für drei Marathon im Frühjahr anmeldet, dann muss man halt im Winter ein bisschen mehr laufen.

Nach einer kurzen Rücksprache mit meinem Coach gab es grünes Licht für den Silvesterlauf in Bad Kreuznach.

Das Rennen auf dem Kuhberg war als Crosslauf ausgeschrieben. Viel mehr Informationen bezüglich der Strecke konnte ich allerdings nicht finden.
Ich habe noch nie an einem Crosslauf teilgenommen, weil ich mich eher auf der Straße zuhause fühle und unebenes Gelände eigentlich meide.
Da es für mich aber in diesem Jahr zum Swissman Xtrem geht, sollte ich mich vielleicht langsam mit unwegsamen Strecken anfreunden.
Immerhin habe ich mir bereits mein erstes Paar Trailschuhe zugelegt. Es war also Zeit für ihren ersten Härtetest.

Auf nach Bad Kreuznach

Am Silvestermorgen fuhr ich alleine die 25 Kilometer nach Bad Kreuznach. Michelle war leider krank und auch sonst konnte ich niemanden für einen letzten Lauf im Jahr 2025 gewinnen.

Der Parkplatz am Freizeitpark Kuhberg war schon gut gefüllt. Mit fast 600 Startern über fünf und zehn Kilometer gab es einen neuen Teilnehmerrekord.
Bei minus drei Grad waren die Wiesen weiß vom Raureif. Auf dem freien Feld auf dem Kuhberg war es dank des Winds gefühlt noch deutlich kälter.
Ich war froh, dass ich sowohl Mütze als auch Handschuhe eingepackt habe.

Nachdem ich meine Startnummer abgeholt hatte, wollte ich mich noch etwas warmlaufen. Es galt noch die Schuhfrage zu klären. Da der Boden gefroren war, spielte ich mit dem Gedanken, vielleicht doch mit meinen alten Vaporfly zu laufen, die ich mal vorsorglich eingepackt hatte. Hatte ja beim Königsforst Marathon auch funktioniert.
Nach einer kurzen Runde war mir klar, dass das keine gute Idee wäre. Auf dem reifbedeckten Boden boten die Schuhe kaum Grip, also doch lieber die Trailschuhe.

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl kam es bei der Startnummernausgabe zu einiger Verzögerung, so dass der Start um eine Viertelstunde verschoben wurde.
Ich hatte zum Glück einen Parkplatz nur 100 Meter vom Start entfernt und so wartete ich einfach im Auto darauf, dass es losging.

Silvesterlauf auf dem Kuhberg Startnummer

Silvesterlauf auf dem Kuhberg

Um 10:15 Uhr geht es los. Auf den ersten 500 Metern, die noch über die Straße gehen, ist das Tempo sehr hoch. Dann biegen wir auf einen Waldweg ab und der Spaß beginnt.

Mein Ziel ist, es unter 40 Minuten zu laufen. Pacing ist auf so einer Strecke aber eigentlich unmöglich und man ist auf sein Körpergefühl angewiesen.
Als nach zwei Kilometern der erste längere Anstieg mit bis zu 8% Steigung folgt, sagt mein Körpergefühl, dass ich am Anschlag bin.
Es folgt ein stetiges Auf und Ab über leicht trailige Waldwege. Ich halte etwas mehr Abstand zu den Läufern vor mir, um mehr Zeit zu haben, um auf Wurzeln, Steine und Schlaglöcher reagieren zu können. Bloß nicht umknicken.

Ein Streckenposten gibt nach etwa der Hälfte der Strecke die Positionen durch. Ich bin Zehnter. Damit wäre ich zufrieden, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich den Platz verteidigen kann. Vor allem auf den Passagen, auf denen es etwas steiler bergab geht, verliere ich Meter, da ich nicht die Trittsicherheit im Gelände habe, die es braucht, um es noch schneller laufen zu lassen.

Ich schnaufe wie eine Diesellok und mittlerweile ist mir so warm, dass ich mir die Mütze vom Kopf reiße. Noch zwei Kilometer.

Es folgt ein letzter Anstieg und dann geht es den letzten Kilometer auf Asphalt Richtung Ziel.
Ich überquere die Ziellinie, stoppe die Uhr, 38:53 Minuten – ich bin mehr als zufrieden. Auch den 10. Platz konnte ich behaupten.
Ein erfolgreicher letzter Lauf beendet das Jahr 2025.

Silvesterlauf auf dem Kuhberg Laufstrecke
MO-Fotos.de

Couch & Raclette

Ich brauche ein paar Minuten, bis ich meine Atmung wieder unter Kontrolle habe. Dann eile ich direkt zum Auto, um mir trockene Klamotten anzuziehen.

Im Zielbereich gibt es heißen Zitronen-Instanttee, da werden Kindheitserinnerungen wach. Wie es sich für so eine Veranstaltung gehört, gibt es natürlich auch ein Kuchenbuffet.

Nach einem kurzen Schnack mit dem Sieger über fünf Kilometer mache ich mich auf den Heimweg. Es warten die Couch und ein Raclette auf mich.

Der Silvesterlauf auf dem Kuhberg war auf jeden Fall ein schöner Saisonabschluss, der mir einen ordentlichen Muskelkater beschert hat.
Mal schauen, vielleicht bin ich ja im nächsten Jahr wieder am Start.


Strava Aktivitäten zu diesem Rennen

Infos zum Silvesterlauf auf dem Kuhberg auf der Veranstalter Webseite