Fast jeder Sportler hat sie: die Bucketlist. Eine Liste von Rennen, die man irgendwann einmal machen möchte. Eines dieser Rennen, das schon fast so lange auf meiner Liste steht, wie ich Triathlon betreibe, ist der Swissman Xtreme Triathlon.
Als ich das erste Mal von diesem Wettkampf hörte, war ich sofort fasziniert: Schwimmen im Lago Maggiore, eine Radstrecke über drei Alpenpässe und zum Abschluss ein Marathon mit der Kleinen Scheidegg als Ziel. Für mich damals eine unvorstellbare Distanz – 226 Kilometer mit fast 6.000 Höhenmetern. Doch genau das macht den Reiz aus: ein unfassbar harter Triathlon durch eine der schönsten Landschaften der Welt.
Die Entscheidung
Jedes Jahr, wenn die Anmeldung für den Swissman öffnet, spiele ich aufs Neue mit dem Gedanken, mich anzumelden. Doch der Respekt vor diesem Wettkampf ist groß. Der Ironman Lanzarote und der Alpe d’Huez Triathlon haben mir bereits gezeigt, dass mich Rennen mit vielen Höhenmetern an meine Grenzen bringen. Der Swissman ist aber noch einmal ein ganz anderes Level. Denn nach den gut 3.600 Höhenmetern auf der Radstrecke wartet der Endgegner beim Marathon, bei dem es am Ende einen neun Kilometer langen Anstieg mit 1.100 Höhenmetern zu bezwingen gilt.
Als im November 2025 die Registrierung für den Swissman 2026 öffnete, stand ich wieder vor der Frage: Soll ich es wagen?
Wie bei allen Rennen der Xtreme-Triathlon-Serie sind die Startplätze knapp und heiß begehrt. Beim Swissman gibt es nur 250 Slots. Die Hälfte davon geht an Athleten aus der Schweiz, der Rest wird unter allen Anmeldungen verlost. Zusätzlich gibt es ein Treuesystem, über das man Punkte sammeln und so seine Chancen bei jeder weiteren Anmeldung erhöhen kann.
Genau dieser Punkt hat mich schließlich dazu bewegt, mich wenige Stunden vor Ende der Registrierungsphase anzumelden. Da ich nicht damit rechnete, direkt gelost zu werden, dachte ich, es wäre ganz gut, schon mal einen Bonus für die kommenden Jahre zu sammeln, um dann vielleicht in zwei bis drei Jahren einen Startplatz zu ergattern.

Ein Supporter für den Swissman
Doch bevor ich mich anmelden konnte, brauchte ich noch einen Supporter. Denn einer der größten Unterschiede der Xtreme-Triathlons zu normalen Rennen ist, dass sie self-supported sind. Sprich: Es gibt keine offiziellen, vom Veranstalter organisierten Verpflegungsstellen. Man muss also selbst dafür sorgen, genügend Verpflegung auf dem Weg zum Ziel zu erhalten.
Außerdem benötigt man für den finalen Anstieg von Grindelwald auf die Kleine Scheidegg einen Supporter, der einen zum Ziel begleitet.
Für den Job fiel mir direkt Thomas ein, der mich 2023 so grandios zu meiner Marathon-Bestzeit beim Frankfurt-Marathon gepaced hatte. Ein kurzer Anruf – und er war dabei.
Drei Tage nach meiner Anmeldung poppte eine E-Mail mit dem Betreff „CONGRATULATIONS“ in meinem Postfach auf. Mir wurde ein Startplatz für den Swissman 2026 zugelost. Ich hatte Gänsehaut – und ein bisschen Angst.

Wetter, Strecke und Organisation
Erst dann begann ich mich so richtig mit dem Rennen und den damit verbundenen Herausforderungen zu beschäftigen, die man von normalen Triathlon-Rennen nicht gewohnt ist. Viele kommen bereits ins Schwitzen, wenn ein Triathlon zwei getrennte Wechselzonen hat. Beim Swissman liegt zwischen den beiden Wechselzonen aber zusätzlich eine Distanz von gut 200 Kilometern.
Mein erster Plan war es, einen Camper für Michelle, Thomas und mich zu mieten und diesen sowohl als Unterkunft als auch als Support-Fahrzeug zu nutzen. Doch leider löste sich diese Idee schnell in Luft auf, denn Camper sind als Support-Fahrzeug nicht erlaubt. Also mietete ich eine Unterkunft in Ascona und für die Nacht nach dem Rennen ein Hotelzimmer in Wilderswil.
Die Logistik
Die nächste Herausforderung war die Planung der Versorgung und des Supports. Es gibt eine Liste von Standorten, an denen es dem Support-Team erlaubt ist, mit dem Auto anzuhalten und seinen Athleten zu versorgen. Eine Versorgung zwischen diesen Punkten oder gar direkt aus dem Auto heraus ist nicht erlaubt.
Es ist gar nicht so einfach zu kalkulieren, wie lange ich ungefähr von einem zum anderen Versorgungspunkt brauchen werde und wie lange die Supporter brauchen, um dorthin zu gelangen. Schnell wird mir klar, dass es mit einem Support-Team stellenweise knapp bzw. sogar unmöglich wird, rechtzeitig an einigen Treffpunkten zu sein.
Glücklicherweise entscheiden sich meine Eltern, auch in die Schweiz zu kommen und mich zu unterstützen. So verbringe ich mehrere Stunden damit, eine Marschtabelle aufzustellen. Dieser Tag wird auch für die Supporter eine große Herausforderung.

Doch damit nicht genug. Bei einem Rennen im alpinen Gelände ist das Wetter der nächste große Unsicherheitsfaktor, auf den man vorbereitet sein muss.
Der Furkapass auf einer Höhe von 2.429 Metern wird erst Anfang Juni für den Verkehr freigegeben, da er bis dahin noch schneebedeckt ist. Es gibt sogar eine Ausweichroute für den Fall, dass der Furkapass nicht befahrbar sein sollte.
Rennvideos aus den vergangenen Jahren zeigen, dass man mit allem rechnen muss: Sonne, Wind, Regen, Gewitter, Hagel, Schneefall – alles ist möglich und manchmal sogar alles an einem Tag.
Der Slogan des Swissman ist nicht umsonst: „From palm trees to eternal ice“.

Die Anreise nach Ascona
In der Woche vor dem Swissman beginne ich mit dem Packen. Ich nehme quasi eine Triathlonausrüstung für jede Jahreszeit mit: Neoprenanzug samt Socken und Neoprenhaube, Rad- und Laufkleidung für alle denkbaren Bedingungen, ja sogar meine Winterradschuhe. Manche Kleidung nehme ich sogar doppelt mit, um mich im Extremfall umziehen zu können. Es ist ein logistischer Alptraum.
Was mir zusätzlich etwas Kopfzerbrechen bereitet, ist die Tatsache, dass am Tag unserer Anreise die zweite Etappe der Tour de Suisse in Ascona stattfindet und die Strecke zu Beginn und am Ende direkt an unserer Unterkunft vorbeiführt.
Wir planen unsere Ankunft so, dass wir hoffentlich zwischen Start und Zielankunft eintreffen und damit von der Streckensperrung verschont bleiben. Zudem wäre es natürlich sehr cool, wenn wir uns das Ende der Etappe live vor Ort ansehen könnten.
Am Donnerstagmorgen geht es los. Erster Halt ist Darmstadt, wo wir Thomas abholen. Unser Auto ist gut beladen: Im Kofferraum mein Rad, diverse Taschen für die verschiedenen Streckenabschnitte, Kisten mit der vorbereiteten Verpflegung, fein säuberlich für die einzelnen Stationen beschriftet. Dazu noch die Sachen, die man sonst so braucht.
Wir haben großes Glück mit dem Verkehr und kommen ohne Staus und Sperrungen in unserem Domizil in Ascona an.
Es ist mit über 30 Grad sehr warm und sonnig. In den Tagen vor dem Swissman wurde die Wettervorhersage immer sommerlicher, und sogar für die Pässe waren bereits zweistellige Temperaturen vorhergesagt. Bei dieser Wetterlage erhöht sich allerdings die Gewittergefahr deutlich. Mir wäre es vor allem wichtig, dass es auf der Radstrecke trocken bleibt.
Eigentlich komme ich mit hohen Temperaturen gut zurecht. Das Problem ist nur, dass wir in Bingen bis vor einer Woche nur maximal 20 Grad hatten. Hitze-Akklimatisierung ist also Fehlanzeige.
Die Tour de Suisse
Nachdem wir ausgeladen haben, laufen wir zur Radstrecke der Tour de Suisse. An unserer Straße ist Kilometer 4. Bis zur voraussichtlichen Zielankunft bleibt uns noch eine gute Stunde. Da die Werbekarawane jeden Moment kommen soll, beschließen wir, entlang der Strecke Richtung Ziel zu laufen. An einer Kreuzung hält ein Werbetruck und verteilt alkoholfreies Bier und Chips. Leider war es das dann auch schon mit der Werbekarawane. Da hatte ich mir mehr erwartet.
Viel ist an der Strecke nicht los. Es stehen nur eine Handvoll Menschen auf den letzten Kilometern. Kein Wunder bei der Hitze. 500 Meter vor dem Ziel halten wir an einem schönen Spot und warten auf das Fahrerfeld, das dann wenig später an uns vorbeifliegt. Das hat sich jetzt nicht so richtig gelohnt. Es sind zwar einige bekannte Namen dabei, aber die sind dann auch in einem Wimpernschlag an einem vorbei.
Wir holen uns ein Eis und schlendern zurück zu unserem Appartement, wo wir nach einem gut neunkilometrigen Spaziergang erschöpft ankommen. Zum Abendessen gibt es Reis mit Curry, und dann geht es früh ins Bett – schließlich ist die letzte Nacht vor dem Wettkampf entscheidend für die Erholung.




Der Tag vor dem Rennen
Leider entwickelt sich die Nacht für mich zum Alptraum. Von neun Stunden liege ich über drei Stunden wach. Immer wieder wache ich auf und schlafe gefühlt nie richtig ein. Ist es die Hitze, die Nervosität oder eine Mischung aus beidem? Ich weiß es nicht, aber ich verzweifle bei jedem Blick auf die Uhr.
Ursprünglich sollte der Wecker um 7 Uhr klingeln. Ich stelle ihn irgendwann auf 8 Uhr, um am Ende um halb 7 entnervt aufzustehen. Ich fühle mich wie gerädert.
Doch um 9 Uhr möchte ich zum Testschwimmen und danach den Check-In erledigen. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Bagno Pubblico di Ascona, einem Strandbad am Lago Maggiore. Es ist bereits jetzt sehr warm. Trotzdem quetsche ich mich für das Testschwimmen in meinen Neoprenanzug. Nach einer halben Stunde im kühlen Wasser fühle ich mich etwas besser.
Nach dem Schwimmen erledigen wir den Check-In. Ich bekomme meine Startnummer mit der Nummer 5, einen Chip und einen GPS-Tracker, den ich auf dem Rad und beim Laufen mit mir führen muss. Außerdem wird Thomas’ Handynummer registriert, da er für den Notfall erreichbar sein muss.
Danach fahren wir zum Hotel meiner Eltern, um ihnen das Material und die Verpflegung für das Rennen zu übergeben. Zurück im Appartement beschließen wir, wieder an den See zu fahren. Ich habe die Hoffnung, dass ich im Schatten der Bäume noch etwas schlafen kann. Leider bleibt auch das relativ erfolglos.
Am Nachmittag steht noch eine kurze Aktivierung auf dem Rad an, und nach den obligatorischen Nudeln geht es früh ins Bett, denn schließlich klingelt der Wecker bereits um 2 Uhr. Theoretisch bleiben mir fünf Stunden Schlaf, doch leider wiederholt sich das Schauspiel der vergangenen Nacht. Ich bin der Verzweiflung nahe. So schlecht habe ich seit einer Ewigkeit nicht mehr geschlafen.




Der Swissman
Bereits am Vorabend haben wir das Auto beladen, sodass wir möglichst schnell die Unterkunft verlassen können. Ich trinke nur schnell einen Kaffee und esse einen Maurten-Riegel, bevor ich mich mit dem Rad – Thomas und Michelle im Auto folgend – zur Wechselzone aufmache.
Da auf dem eigentlichen Parkplatz für die Supporter ein Techno-Festival stattfindet und dieser deshalb gesperrt ist, hält Thomas nur kurz, um Michelle und meine Sachen auszuladen und dann zum weiter entfernten Parkplatz zu fahren.
Die Wechselzone befindet sich auf dem Parkplatz des Bagno Pubblico. Ich hänge mein Rad auf und bereite alles für den Wechsel vor. Dann müssen wir auch schon los, denn spätestens um 4 Uhr muss ich an der Fähre sein, die uns zum Start auf den Brissago-Inseln bringt.

Nach einem 15-minütigen Fußmarsch erreichen wir den Anleger, an dem auch schon Thomas auf uns wartet, der einen ordentlichen Marsch hinter sich hat. Ich ziehe meinen Neo an, und dann heißt es Abschied nehmen.
Ich gehe auf die Fähre und suche mir einen Platz auf dem Oberdeck. Mir ist bereits jetzt total warm, und deshalb will ich an die frische Luft.



Die Fähre legt pünktlich um 4:15 Uhr unter dem Applaus der Supporter ab und macht sich auf den Weg zu den Brissago-Inseln im Lago Maggiore. Dort angekommen geht es über einen Steg an Land und über einen kleinen Kiesstrand direkt ins Wasser. Einige Kajaks bilden eine virtuelle Startlinie zwischen den beiden Inseln.
Um 5 Uhr startet eine Rakete und eine Kuhglocke läutet den Start des Swissman 2026 ein.

Das Schwimmen im Lago Maggiore
Die Schwimmstrecke ist super simpel. Es geht einfach geradeaus auf ein riesiges blinkendes Leuchtfeuer am Bagno Pubblico zu. Obwohl es noch fast dunkel ist, ist es unmöglich, sich zu verschwimmen. Zur Sicherheit muss jeder Teilnehmer eine Rettungsboje tragen. Zudem wird der Tross von mehreren Kajaks und Booten begleitet.
Das Wasser ist gar nicht so kühl wie erwartet – fast schon etwas zu warm für den Neoprenanzug. Ich schwimme in einer größeren Gruppe, und es hat den Anschein, als wäre ich relativ weit vorne im Feld. Eigentlich fühle ich mich ganz gut, und zwischenzeitlich denke ich, dass ich eine richtig gute Zeit schwimme. Ich kann die Gruppe gut halten, und auch vor uns scheint sich keine größere Lücke zu bilden. Ich bin zeitweise sogar fast ein bisschen euphorisch.
Doch das Leuchtfeuer nähert sich nur langsam. Die Sonne steigt über die Berge, und das Wasser wird immer unruhiger. Die Strecke beginnt sich zu ziehen. Was auch zieht, ist mein unterer Rücken. Die Rotation beim Schwimmen bereitet mir leichte Schmerzen. Ich freue mich auf das Ende, doch der Strand kommt nur in Zeitlupe näher.
Die Enttäuschung
Endlich wieder festen Boden unter den Füßen laufe ich auf den Strand und schaue auf meine Uhr. Fassungslos sehe ich dort 1 Stunde und 11 Minuten auf dem Display. Das ist die schlechteste Schwimmzeit, die ich je bei einer Langdistanz geschwommen bin. Ich bin maßlos enttäuscht. Ich kann es kaum glauben, wie sehr mich mein Gefühl getäuscht hat. Ein harter Dämpfer direkt zu Beginn.
Vor der Wechselzone nimmt mich Michelle in Empfang und hilft mir dabei, mich umzuziehen. Entgegen einem normalen Triathlon habe ich mich dazu entschieden, nicht im Einteiler zu starten. So muss ich mich jetzt mit nasser Haut in meine Radkleidung zwängen, was sich als schwieriger herausstellt als erwartet.
Nach einer gefühlten Ewigkeit geht es endlich auf die Radstrecke.




Von Ascona nach Brienz
Auf den ersten Kilometern hadere ich mit meiner Schwimmzeit, besinne mich dann aber auf das Hier und Jetzt. Es geht durch Ascona. Die gesamte Radstrecke ist nicht für den Verkehr gesperrt. Doch um diese Uhrzeit ist noch nicht viel los auf den Straßen. Trotzdem stehen an jeder Kreuzung und an jedem Kreisel Helfer, die den Verkehr regeln.
Die ersten 90 Minuten bis Bodio sind fast flach. Für dieses Teilstück habe ich mir extra Auflieger ans Rennrad montiert. In Bodio treffe ich zum ersten Mal Michelle und Thomas. Wir tauschen meine Radflaschen aus, und es geht weiter.
Von Bodio sind es knapp 50 Kilometer bis zum Gotthardpass, auf denen es nur noch bergauf geht und es gut 1.800 Höhenmeter zu überwinden gilt. Mittlerweile ist es richtig warm geworden, und die Sonne steht gnadenlos am Himmel. Schatten gibt es auf der Strecke keinen. So beginne ich mich schon zu diesem frühen Zeitpunkt immer wieder mit Wasser zu übergießen und den Kopf zu kühlen.
Leider beginnt sich bereits nach zwei Stunden auf dem Rad mein Rücken zu melden. Ich beiße die Zähne zusammen und zwinge mich, bis nach Faido weiterzufahren, wo neben Michelle und Thomas auch meine Eltern auf mich warten. Ich nutze den kurzen Stopp, um vom Rad zu steigen und meinen Rücken zu dehnen. Es läuft nicht gut.




32 Kehren zum Gotthardpass
Weiter geht es Richtung Tremola auf die denkmalgeschützte Pflasterstraße, die sich in 32 Kehren zur Passhöhe windet. Die Steigung zum Gotthard liegt bei etwa 8 Prozent. Nach den ersten sechs Kehren erreiche ich die Festung Motto Bartola, wo erneut meine Support-Crew auf mich wartet. Neue Flaschen, kurz jammern, etwas dehnen – und dann weiter Richtung Gotthardpass.
Die Landschaft ist atemberaubend schön. Das ist der Augenblick, in dem ich für mich beschließe, dass dies kein Wettkampf ist, sondern eine Herausforderung und ein Privileg. Ich entscheide, dass ich mich einfach freuen sollte, dass ich hier sein darf und hier sein kann. Auch wenn mein Körper vielleicht gerade nicht so will, wie ich mir das vorstelle, muss ich doch dankbar sein, dass er es mir überhaupt erlaubt, so einen Wahnsinn in Angriff zu nehmen.


Positive Mental Attitude
Diese Gedanken hellen meine Stimmung deutlich auf. Ich falle immer mal wieder in einen Wiegetritt, in der Hoffnung, dass es meine Rückenschmerzen etwas lindert. In einer Kehre bleibe ich kurz stehen, um ein Foto zu machen und die Aussicht zu genießen. Wie schön kann eine Straße sein! Auch wenn mir der Blick auf die hoch über uns aufragenden Galerien der neuen Trasse etwas Angst macht. Das ist noch ein weiter Weg.


Ein anderer Athlet mit der Nummer 13 überholt mich, und wir unterhalten uns kurz. Wenig später bleibt er stehen, und ich frage, ob er Hilfe braucht. Doch er macht nur einen Pitstop. Wir werden uns noch des Öfteren begegnen. Ansonsten ist es auf der Strecke mittlerweile sehr leer. Man sieht nur selten andere Teilnehmer, obwohl man weit ins Tal blicken kann.
Bergauf ist das Kopfsteinpflaster gar nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Hinunter würde ich die Strecke dagegen lieber nicht fahren wollen, denn es gibt immer mal wieder Löcher im Pflaster, und ab und an liegt sogar ein loser Pflasterstein auf der Straße.
Nach 4:15 Stunden auf dem Rad erreiche ich fix und fertig den Gotthardpass auf 2.109 Metern. Ich liege bereits jetzt deutlich hinter meiner ursprünglichen Rennplanung. Sowohl meine optimistische als auch meine realistische Planung habe ich weit überschritten.





Der legendäre Furkapass
Nach dem Aufstieg zum Gotthard bin ich von der Hitze und der Höhensonne so überhitzt, dass ich beschließe, die Abfahrt ohne Jacke zu fahren. Ich bin zwar klatschnass, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich frieren werde. Selbst hier oben sind es noch 20 Grad, und so rase ich kurz-kurz Richtung Hospental, wo meine Eltern auf mich warten.
In Realp, dem Ort am Fuße des Furkapass, müssen die Supporter darauf warten, dass ihr Athlet einen gewissen Punkt im Pass erreicht, bevor sie weiterfahren dürfen. Der Grund dafür ist, dass die Strecke sonst zu voll wird.



Der Furkapass und das Hotel Belvedere sind legendäre Kulissen aus James Bonds „Goldfinger“ und ziehen bei schönem Wetter Unmengen an Motorrad- und Sportwagenfahrern an, für die es ein Vergnügen ist, über die enge Serpentinenstraße zu brettern. Da es heute besonders schönes Wetter ist, ist die Strecke auch besonders voll.

Die negative Seite des schönen Wetters
Am heutigen Tag erreicht meine Aversion gegenüber diesen Motorsportfreunden neue Höhen. Es wird rücksichtslos und unnötig waghalsig überholt, und dabei kein Risiko gescheut. Die Warnschilder am Straßenrand werden dabei geflissentlich ignoriert. Eigentlich ist die Straße traumhaft schön, doch heulende Motoren und rücksichtslose Raser trüben das Vergnügen deutlich ein.
Der Aufstieg zum Furkapass auf 2.436 Metern wird zur puren Qual. Mein Rücken meldet sich immer wieder. Meine Wattwerte sinken auf das Minimum, das ich treten muss, um überhaupt voranzukommen. Mein Wasser ist schon nach der Hälfte der Strecke aufgebraucht. Glücklicherweise findet sich auf dem Weg ein Brunnen, an dem ich meine Flasche auffüllen kann. Für die Schönheit der Landschaft fehlt mir mittlerweile etwas der Blick. Ich sehne nur dem Gipfel entgegen.



Endlich oben angelangt, warten bereits Michelle und Thomas mit frischen Flaschen und einer leichten Jacke auf mich. Ich beschließe, dass es vielleicht ganz gut wäre, die folgende Abfahrt nicht klatschnass zu fahren und die Jacke anzuziehen. Ich genieße den rasanten Ritt nach Gletsch, da ich endlich meine Beine ausruhen kann.
Am Hotel Belvedere kann ich nur einen kurzen Blick auf die historische Szenerie werfen, denn ich muss mich auf den Verkehr konzentrieren. Auf dem Parkplatz vor dem Hotel ist die Hölle los: Autos und Motorräder kreuz und quer.


Der Grimselpass
Unten angekommen, geht es in Gletsch überraschend abrupt rechts ab auf die Straße Richtung Grimselpass, und ehe ich mich versehe, fahre ich die erste Rampe hinauf.
Dummerweise habe ich noch die Jacke an, die jetzt wie ein Bratschlauch wirkt. Ich werde von der Sonne im eigenen Saft gebacken. Anhalten kann ich aber nicht, und es bleibt mir nichts anderes übrig, als weiterzufahren, bis sich endlich eine kleine Haltebucht findet, in der ich mich der Jacke entledigen kann.

Ich werde mal wieder von dem Kollegen mit der Nummer 13 überholt. „Brauchst du Hilfe?“ fragt er lachend. „Ein Motor würde helfen.“
Der Blick auf den hoch aufragenden Grimselpass lässt mich erschaudern. Wie zur Hölle soll ich da hochkommen? Ich bin komplett fertig – überhitzt, übersäuert, überfordert. Ich habe den Swissman massiv unterschätzt.
Zum Glück kann ich in den flachen Kehren immer wieder ein bisschen Kraft tanken und schaffe es dann irgendwann auf die Passhöhe. Ab jetzt geht es nur noch bergab.
Die Strecke führt durch einige lange Tunnel, in denen es recht kühl wird. Ich erreiche meinen All-Time-Top-Speed von über 90 km/h. Dem Lamborghini-Fahrer, der es offenbar lustig findet, im Tunnel seinen Motor aufheulen zu lassen, wünsche ich die Pest an den Hals.
Am Ende der Abfahrt in Innertkirchen sollten eigentlich meine Eltern mit einer letzten Flasche auf mich warten, doch sie haben sich verfahren und den Treffpunkt verpasst. Das ist allerdings kein Problem, da ich noch genug Maurten für die letzten 20 Kilometer habe und an einem Brunnen meine Wasserflasche auffüllen kann.



Die Aareschlucht
Weiter geht es Richtung erlösendem Ziel in Brienz. Doch dann erwischt es mich an der Aareschlucht eiskalt. Ich zitiere mal von „quaeldich.de“:
Der Anstieg an der Aareschlucht ist zwar lächerlich im Vergleich zu den übrigen Pässen im Berner Oberland. Aber wenn man vom Grimselpass herunterkommt und sich ahnungslos vorstellt, dass es bis Meiringen einfach herunterrollt, dann erschrickt man vor der sich plötzlich aufbauenden Felswand, die mit drei alpinen Kehren bezwungen werden muss.
Die 117 Höhenmeter der Aareschlucht geben mir den Rest. Völlig ausgepumpt rolle ich in die Wechselzone, wo Michelle mich unter dem Applaus der Helfer in Empfang nimmt.

Ich bin total wackelig auf den Beinen, und als Nummer 13 mich beim Verlassen der Wechselzone abklatschen will, falle ich fast um.
Der Swissman Marathon
Ich lasse mich in den bereitgestellten Klappstuhl fallen und wechsle in Laufbekleidung und Schuhe. Aufgrund der Wettervorhersage habe ich mich zum Glück dazu entschieden, bereits jetzt einen Trinkrucksack mitzunehmen.




Dann mache ich mich auf die Laufstrecke und bin überrascht, wie gut sich die ersten Meter anfühlen. Als es dann aber 500 Meter später die erste Rampe mit deutlich über 10 Prozent nach oben geht, ist das gute Gefühl schnell wieder verflogen. Über Stufen geht es einen Waldweg nach oben, dann wellig durch die pralle Sonne und über einen Metallsteg oberhalb des Sees entlang zu den Giessbachfällen, unter denen wir durchlaufen. Sehr spektakulär. Allerdings sind hier auch viele Touristen unterwegs, die ich etwas aus dem Weg scheuchen muss.

Durch den Wald geht es immer wieder steil nach oben oder nach unten. Es ist kaum möglich, mal ein konstantes Tempo zu laufen. Obwohl es auf dem Weg durch den Wald oberhalb der Straße schattig ist, macht mir die Hitze trotzdem sehr zu schaffen, und ich bin froh, dass sich auf halbem Weg zur ersten Supportzone ein Brunnen befindet, in dem ich mich komplett nass machen kann. Ich schicke Michelle eine Sprachnachricht, ob sie mir ein nasses Handtuch bereitlegen kann.
Nach 8 Kilometern treffe ich in Iseltwald auf Michelle und Thomas. Mit zwei neuen Flaschen, ein paar Maurten-Gels und einem nassen Mikrofaserhandtuch geht es weiter.
Den ersten 10er laufe ich in ziemlich genau einer Stunde. Mein Plan war es eigentlich, in etwas mehr als drei Stunden in Grindelwald zu sein. Noch glaube ich, dass ich das schaffen kann.
Am Brienzersee
Auf der Seestraße nach Bönigen geht es relativ flach am Brienzersee entlang. Ich kann wieder etwas Tempo aufnehmen, aber in der prallen Sonne bremst mich jetzt die erbarmungslose Hitze. Am Seeufer genießen viele Menschen das Wetter, grillen und baden im kühlen Nass, während ich über den flirrenden Asphalt laufe. Immer wieder werde ich von einigen angefeuert, was irgendwie richtig gut tut. Ich bin ein bisschen neidisch und würde jetzt auch gerne in den See steigen.
Kurz überlege ich, ob ich es tatsächlich machen soll. Der Gedanke an sandige Füße hält mich aber davon ab. Stattdessen tauche ich zumindest mein Handtuch kurz ins Wasser.



In Bönigen der nächste kurze Stopp, bevor es auf dem Radweg durch das Lütschental in Richtung Grindelwald geht.
An der Station in Wilderswil warten meine Eltern mit neuen Gels und frischen Flaschen. Es folgt eine fiese Rampe nach Gsteigwiler, die mich kurz zum Gehen zwingt. Trotzdem erreiche ich nach fast genau 2 Stunden Kilometer 20. Ich bin voll im Soll.
Zum Glück gibt es an der Strecke zahllose Brunnen. Ich bleibe fast an jedem kurz stehen, um meine Mütze und das Handtuch nass zu machen. Der kühlende Effekt ist in der Hitze allerdings bereits nach wenigen Minuten verflogen. Es ist wirklich ein Segen, dass es in der Schweiz so viele Trinkwasserbrunnen gibt. Ohne diese wäre der Swissman bei diesen Wetterbedingungen kaum zu schaffen gewesen.


Der Heartbreak Hill des Swissman
Zwei Kilometer vor Burglauenen, wo sich einer von zwei vom Veranstalter betriebenen Verpflegungspunkten auf der Laufstrecke befindet, geht es dann abrupt sehr steil nach oben. 200 Höhenmeter sind auf dem kurzen Stück zu bewältigen. Laufen kann ich hier nicht mehr. Weiter oben sehe ich einen weiteren Athleten, der den Berg nach oben geht, und hole ihn kurze Zeit später ein. Wir quatschen etwas und laufen gemeinsam bis zur Verpflegungsstation. Da er aber nicht mehr laufen kann, trennen sich dort unsere Wege, und ich trabe weiter.
Der Anstieg hat aber auch bei mir einen ordentlichen Schaden angerichtet. Meine Beine sind kaputt. Laufen fällt mir zunehmend schwerer, und mir wird klar, dass ich ab Grindelwald wahrscheinlich nur noch gehen werde.
Nach 3:20 Stunden bin ich bei Kilometer 30. Die Höhenmeter haben nicht nur meine Beine demoliert, sondern auch meine Pace.

Grindelwald
Zwei Kilometer vor Grindelwald kommt mir Thomas entgegen gelaufen. Ich bin froh, ihn zu sehen. Die Ablenkung kommt mir sehr gelegen und macht den Weg zur Station in Grindelwald etwas kurzweiliger.
Am Checkpoint in Grindelwald wartet die komplette Crew auf mich. Ich wechsle den Rucksack, denn ab hier muss man eine gewisse Pflichtausrüstung mit sich führen. Bei der Hitze bin ich mir zwar sicher, dass ich weder eine lange Hose, noch ein Longsleeve oder gar eine Jacke brauchen werde, aber wir sind hier ja in den Alpen, und da kann schließlich alles passieren.


Tatsächlich sieht es auch kurz nach einem Gewitter aus. Doch nach einem kurzen Getröpfel gewinnt die Sonne wieder die Oberhand und lässt uns weiter schwitzen. Thomas und ich verabschieden uns vom Rest der Support-Crew, die mit der Bahn zum Ziel auf die Kleine Scheidegg fährt, und machen uns auf den letzten Abschnitt des Swissman. Es warten noch 1.100 Höhenmeter auf mich.
Der finale Anstieg
Es geht direkt knackig los. Der Weg ist so steil, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass jemand diese Steigung – selbst mit frischen Beinen – laufen kann. Auf Wegen, die auch mal deutlich über 20 Prozent haben, geht es über Kuhweiden und Schotterwege Richtung Ziel. Ein Wanderwegweiser teilt uns mit, dass es bis zur Kleinen Scheidegg noch 2:20 Stunden zu gehen ist.


Auf meine Oberschenkel gestützt stampfe ich neben Thomas her. Meine Beine brennen wie Feuer, und meine Atmung geht wie bei einem Schlachtross.
Ja, ich habe das Ding hier komplett unterschätzt. In meiner Naivität dachte ich tatsächlich, dass wir auf dieser Passage noch etwas laufen können. Das nennt man wohl gnadenlose Selbstüberschätzung.
Es gibt zwar immer mal wieder etwas flachere Passagen, aber mir fehlt schlicht die Kraft und die Motivation, für diese kurzen Abschnitte nochmal anzulaufen. Tatsächlich werden wir auf dem Weg zur Kleinen Scheidegg noch von vier Teams eingeholt, die noch ein bisschen zügiger marschieren können. Das führt aber immer wieder zu netten Unterhaltungen. Ein Team macht Fotos von uns. Ein anderes kann ich davor bewahren, einfach durch eine elektrische Viehschranke zu laufen.


Da es beim Swissman aber sowieso nicht um Platzierungen geht, fehlt mir die Motivation, jetzt noch um Plätze zu kämpfen. Tatsächlich wird im Ziel nur die Uhrzeit, zu der man ankommt, für die Ergebnisliste festgehalten. Das ist nur noch ein Rennen gegen mich selbst. Denn obwohl ich nur noch Gehe und mein Puls sich langweilt, findet mein Kreislauf das ganze nicht so witzig.
Stattdessen bleibe ich lieber ab und zu mal stehen, um die Aussicht auf das Bergpanorama und die Eiger-Nordwand zu genießen, die im Abendlicht richtig spektakulär ist.
Eine Kuh steht auf dem Weg und schaut uns interessiert an und denkt sich ihren Teil.


Ich bin ein Swissman
Irgendwann tauchen die Gebäude der Kleinen Scheidegg in der Ferne auf. Das ist noch ganz schön weit weg – und vor allem auch noch ganz schön hoch über uns gelegen. Nach 5 Stunden auf der Laufstrecke liegen noch 5 Kilometer und 500 Höhenmeter vor uns.


Thomas versucht mich so gut es geht bei Laune zu halten, während ich vor mich hin fluche, mit meinen sportlichen Entscheidungen hadere und bei jeder neuen Rampe, die vor uns auftaucht, aufstöhne. Ich werde sehr demütig. Der Swissman zeigt mir deutlich meine körperlichen Grenzen auf.
Aber wir kommen dem Ziel näher – und können sogar noch einen Platz gutmachen.
Irgendwann taucht der kleine Hügel auf, auf dessen Rücken die Swissman-Fahnen wehen. Das Ziel. Die letzten Stufen hinauf – und dann habe ich es geschafft.
Ich bin ein Swissman!



Ich klatsche mich mit Thomas ab, falle Michelle und meinen Eltern in die Arme und bedanke mich dafür, dass sie das heute möglich gemacht haben, denn ohne ihren Support wäre ich jetzt nicht hier.
Kurz muss ich mich setzen. In diesem Moment fällt die ganze Erschöpfung und Anstrengung von mir ab und mir werden kurz die Augen feucht. Was für ein Tag. Surreal.


Bilder von Swissman
Ich trinke etwas Cola, ziehe mir trockene Klamotten an, und wir applaudieren jedem Finisher, der das Ziel nach uns erreicht. Dann eilen wir zum Zug, der uns zurück nach Grindelwald bringt.
Die Finisher Ceremony des Swissman
Nach einer Pizza im Hotel angekommen, schlafe ich wie ein Stein. Leider müssen wir wieder relativ früh aufstehen, denn wir müssen bereits um kurz vor 9 Uhr schon wieder am Bahnhof Grindelwald sein, um mit der Bahn erneut auf die Kleine Scheidegg zu fahren, wo die Finisher Ceremony stattfindet.
Beim Swissman gibt es keine Medaillen. Jeder Starter und jeder Supporter bekommt ein T-Shirt. Nicht nur die Finisher, sondern alle Teilnehmer erhalten das Shirt. Die DNF-Quote ist in diesem Jahr höher als in den Jahren zuvor. Es wird von den härtesten Bedingungen gesprochen, die es bisher beim Swissman gab. Ich kann das nicht einschätzen. Ja, die Hitze war hart, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Strecke bei Regen und Schnee einfacher ist.
Dann beginnt die Zeremonie mit Alphornbläsern, die vor dem Bergpanorama einige Lieder zum Besten geben. Im Anschluss werden die ersten drei Finisher der Frauen und Männer geehrt, gefolgt von Gruppenfotos mit allen Finishern und ihren Supportern.
Ein würdiger Abschluss eines epischen Wochenendes.



Ein Fazit
Der Swissman hat alle meine Erwartungen erfüllt. Ich wollte Xtreme – und ich habe Xtreme bekommen. Mit einer klassischen Langdistanz ist das Rennen nur schwer zu vergleichen. Allein schon durch die Renndauer, aber natürlich auch wegen des selbst organisierten Supports, des logistischen Aufwands und natürlich der Strecke.
Ich wollte eigentlich unter 14 Stunden bleiben. Am Ende sind es knapp 15 Stunden geworden. Ja, ich bin etwas enttäuscht von meiner Leistung. Das Schwimmen lässt mich etwas ratlos zurück. Auf dem Rad haben mir mein Rücken und die Hitze einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Lauf war eigentlich so, wie von meinem Trainer vorhergesehen, auch wenn ich in meiner Selbstüberschätzung dachte, dass ich dort deutlich schneller sein könnte.
Am Ende hat mir dann die Motivation gefehlt, und ich habe beim Marsch auf die Kleine Scheidegg noch sehr viel Zeit verschenkt. Das war mir zu dem Zeitpunkt egal, was mich jetzt im Nachhinein aber doch ein wenig ärgert.

Ein traumhaftes Rennen
Nichtsdestotrotz war der Swissman ein unglaubliches Erlebnis. Ein brutales und zugleich unfassbar schönes Rennen. Der Spirit zwischen allen Startern, der Support auch von anderen Teams – das war schon anders. Der Swissman ist mehr ein Miteinander als ein klassischer Wettstreit.
Für mich hat sich ein Traum erfüllt. Ein Rennen, das seit über 10 Jahren auf meiner To-do-Liste steht, kann ich abhaken. Es fühlt sich immer noch total unwirklich an, dass ich das wirklich gemacht habe, dass ich das wirklich geschafft habe. Ich kann meinem Team und meinem Coach nicht genug danken, denn ohne sie wäre mir dieses Erlebnis nicht möglich gewesen.
Natürlich kamen von mehreren Seiten die Fragen, ob ich nochmal starten würde oder ob ein anderer Triathlon der Xtreme-Serie, wie der Norseman oder der Celtman, mich auch reizen würde. Aber aktuell kann ich mir das nicht vorstellen. Es heißt zwar „Sag niemals nie“, aber ich glaube, ich bleibe lieber beim klassischen Triathlon – und mit dem Ironman Vichy und dem Bayman in Le Mont-Saint-Michel warten dieses Jahr ja noch zwei Langdistanzen auf mich.

Strava Aktivitäten zum Swissman Xtreme Triathlon 2026
– 3800m Schwimmen
– 180km Rad
– 42,2km Laufen
Infos zum Swissman Xtreme Triathlon auf der Veranstalter Webseite